Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 304

Schollenland. Hierunter versteht man Teile der Erdkruste, die durch verhältnismäßig zahlreiche Verwerfungen (s.d.) zerstückelt sind und deren Teile gegeneinander vertikal verschoben (abgesunken) sind. Ist die Bewegung der einzelnen Schollen nach derselben Himmelsrichtung gleichsinnig erfolgt, so spricht man von Staffelbrüchen (Abb. 1); ist eine Scholle, die von annähernd parallelen Verwerfungen begrenzt ist, zwischen zwei stehengebliebenen anderen Schollen abgesunken, so spricht man von einem Grabenbruch (Abb. 2); ist eine derartige Scholle annähernd in ihrem ursprünglichen Niveau geblieben und die rechts und links daneben befindlichen Schollen sind abgesunken, so spricht man von einem Horst (Abb. 3).

Gagel.