Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 310 f.

Schuppentiere, Manidae, Gruppe der Säugetiere, kurzbeinige Tiere mit langem, spitzem Kopie und langem Schwanze, die auf der ganzen Oberseite und den Körperseiten sowie auf der Vorderseite der Hinterbeine und Oberarme, bei einer Untergattung auch der Unterarme, mit dachziegelförmig gelagerten, großen Hornschuppen bedeckt sind. Sie haben keine Zähne, und ihre Ohren sind sehr klein. Sie fehlen in Kiautschou und den Schutzgebieten der Südsee, sind von Mittelchina über die Sundainseln, Hinterindien und Vorderindien verbreitet und kommen in Afrika südlich der Sahara nach Süden bis zum Becken des Oranje vor, fehlen im eigentlichen Kaplande und an der Küste von Deutsch-Südwestafrika. Es sind bis jetzt 3 Gattungen bekannt, Steppenschuppentiere, Manis, mit sehr breitem Schwanze und mit Schuppen besetzten Unterarmen, Schmalschuppentiere, Phataginus, mit behaarten Unterarmen, sehr schmalem und sehr langem Schwanze und kleinen, in 17 - 19 Reihen stehenden Schuppen und Breitschuppentiere, Pholidotus, mit behaarten Unterarmen, mäßig breitem und sehr langem Schwanze und in 11 - 13 Reihen stehenden Schuppen. Die letzten beiden Gattungen klettern. Sie sind nur aus den Urwäldern Westafrikas und dem nördlichen Kongo bekannt geworden, das Schmaloder Weißbauchschuppentier hat eine weiß behaarte Unterseite, das Breit- oder Langschwanzschuppentier eine dunkel behaarte Unterseite. Die Steppenschuppentiere leben in Togo in den Steppengebieten Kameruns, in Deutsch -Ostafrika und in Deutsch - Südwestafrika, abgesehen von der Küste. - Die Schuppen gelten bei den Eingeborenen als Zaubermittel.

Matschie.