Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 336

Seidenaffen, Colobus, Gattung altweltlicher Affen. Sie haben verkümmerte Daumen und lange Enger, sehr lange Beine, langes seidenweiches Haar an den Schultern und Körperseiten, das bei den Guerezaaffen zu einer Schultermähne verlängert ist. Der Schwanz ist sehr lang und bei manchen Arten mit einer Quaste versehen. Sie leben in Hochwäldern. Man unterscheidet 3 Gruppen, olivenbraune S., Procolobus, in Togo und Kamerun, schwarze S., oft mit weißen Abzeichen, Pterycolobus, in Togo, Kamerun und Deutsch - Ostafrika und solche mit roten oder rotbraunen Abzeichen, Colobus, ebenfalls in allen drei Schutzgebieten. In Togo hat der schwarze Seidenaffe einen fast ganz weißen Schwanz, weiße Gesichtsumrahmung und weißgraue Lenden, in den Küstengebieten von Kamerun ist er schwarz, in den zum oberen Sanaga und Mbam sowie zum Kongo abwässernden Gegenden hat er außer der weißen Gesichtsumrahmung eine weiße Schultermähne, die über den Hinterrücken sich ausdehnt, und weiße Schwanzquaste. Diese als "Guereza" bezeichneten Affen kommen auch im Kongobecken und am Kilimandscharo vor; im Kondelande, in Uhehe und Usambara sowie am Tanganjika und Kiwasee leben solche, die nur eine Schultermähne und eine kurze helle Schwanzquaste haben. Olivenbraune Seidenaffen sind bisher aus Deutsch-Ostafrika noch nicht nachgewiesen. Ein schwarz - weiß - roter Seidenaffe lebt in den Udschungwebergen und in Ruanda, aus Kamerun sind schon mehrere Rassen dieser Gruppe bekannt, die roten oder schwarzen Rücken mit roten Schultern und dunkle Arme haben, in Togo kommen Rassen mit schwarzem Rücken, rotem Kopf und roten Beinen vor. Die einzelnen Rassen sind in der Färbung auffallend verschieden. Aus Deutsch- Südwestafrika sind Seidenaffen nicht bekannt. Das Pelzwerk der schwarzen Arten wird auf den Markt gebracht.

Matschie.