Seilbahnen, insbesondere Drahtseilschwebebahnen, kommen in den
Schutzgebieten in Betracht zur Beförderung regelmäßiger Frachten (in nicht zu
großen Gewichten) auf beschränkte Entfernungen, wo wegen großer
Höhenunterschiede Eisenbahnen zu kostspielig
sein würden. Das wichtigste Beispiel einer solchen Ausführung ist die 9 km lange
S. nach Bleichertscher Bauart der Firma Wilkins & Wiese zur Ausbeutung der Hölzer
des Schumewaldes, die von der Station Mkumbara
der Usambarabahn auf die Höhe, von
Westusambara in Ostafrika nach dem Sägewerk
von Neu - Hornow hinaufführt. Der Höhenunterschied von 1700 m wird in drei,
durch zwei Winkelstationen getrennten Seilstrecken überwunden. Die Bahn mit
ihren bis zu 33 m hohen Turmbauten (für die Seilstützen) und bis zu 900 m weit
gespannten Seilstrecken ist seit Juli 1909 im Betriebe.
Das Eigengewicht der zu Tal geförderten Holzstämme treibt die Bahn und liefert
durch seinen Überschuß die erforderliche Energie zum Betriebe einer elektrischen
Beleuchtung für das Sägewerk in Neu - Hornow. Für den Antrieb des Sägewerks und
der ersten S.strecke dient eine Wolfsche Lokomobile von 75 PS, deren Beförderung
an Ort und Stelle über das unwegsame Gebirge seinerzeit mit unendlichen Mühen
und großen, Kosten verknüpft war. Die steilste Neigung der Bahn beträgt 41° = 1
: 1,15 oder 86,9 %. Zwei Wagen zusammen fördern Stämme bis zu 14 m Länge und
1000 kg Gewicht, die
Zugseilgeschwindigkeit beträgt bis etwa 2,5 m in der Sekunde. Das Tragseil für
die Talstrecke hat 30, das für die Bergstrecke 26 mm Durchmesser. Wegen der
Termitengefahr sind alle Seilstützen in Eisen, die
Masten des Bahnfernsprechers aus Mannesmann - Rohr hergestellt. Die ganze
Strecke von 9 km Länge wird in etwa einer Stunde zurückgelegt. Diese S. darf als
eine technische Sehenswürdigkeit und Leistung ersten Ranges bezeichnet werden,
deren Anlagekosten allerdings die anfänglichen Erwartungen erheblich überstiegen
haben sollen.