Sekundärwald (s. Tafel
177), auf altem Farmland erwachsene oder durch Brand
oder Herausholen von Nutz- und Brennholz während langer Zeiträume wesentlich
veränderte Wälder. Ihnen ist ein großer Teil der Tropenwälder zuzurechnen, da
die ohne Düngung arbeitenden Eingeborenen auf
einer Rodung angelegte Farmen nach wenigen Jahren
verlassen und immer neue Waldstücke für einige Zeit urbar machen. Reichliche
Entwicklung von Unterholz in Verbindung mit der geringeren Zahl hoher Bäume
unterscheidet typischen S. vom Primärwald. Raschwüchsige lichtliebende Holzarten, wie der Schirmbaum, Musanga Smithii, in Kamerun, und Kulturbäume wie die Ölpalme, sind in jungen S. mitunter
Charakterpflanzen. Der Begriff Buschwald
stimmt oft mit dem des S. überein; doch fehlen auch ihm nicht die Baumriesen.
Wenn überhaupt scheint der S. nur sehr langsam wieder den Charakter des
Primärwaldes anzunehmen. Da die Eingriffe des Menschen dem Grade nach sehr
verschieden sein können, ist die Grenze zwischen Primärwald und S. nicht immer
leicht zu ziehen, zumal auch die Natur des Bodens die Tracht der Wälder
beeinflußt (s. Urwald).