Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 338

Sekundärwald (s. Tafel 177), auf altem Farmland erwachsene oder durch Brand oder Herausholen von Nutz- und Brennholz während langer Zeiträume wesentlich veränderte Wälder. Ihnen ist ein großer Teil der Tropenwälder zuzurechnen, da die ohne Düngung arbeitenden Eingeborenen auf einer Rodung angelegte Farmen nach wenigen Jahren verlassen und immer neue Waldstücke für einige Zeit urbar machen. Reichliche Entwicklung von Unterholz in Verbindung mit der geringeren Zahl hoher Bäume unterscheidet typischen S. vom Primärwald. Raschwüchsige lichtliebende Holzarten, wie der Schirmbaum, Musanga Smithii, in Kamerun, und Kulturbäume wie die Ölpalme, sind in jungen S. mitunter Charakterpflanzen. Der Begriff Buschwald stimmt oft mit dem des S. überein; doch fehlen auch ihm nicht die Baumriesen. Wenn überhaupt scheint der S. nur sehr langsam wieder den Charakter des Primärwaldes anzunehmen. Da die Eingriffe des Menschen dem Grade nach sehr verschieden sein können, ist die Grenze zwischen Primärwald und S. nicht immer leicht zu ziehen, zumal auch die Natur des Bodens die Tracht der Wälder beeinflußt (s. Urwald).

Büsgen.