Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 369

Soden, Julius Freiherr v., geb. 5. Febr. 1846 zu Ludwigsburg, Württemberg. Ging aus dem württembergischen Justizdienst hervor, trat 1871 in den Reichsdienst über und wurde als Vizekonsul dem Generalkonsulat in Bukarest beigegeben. Konsul 1872 in Algier, 1875 in Kanton, 1879 in Havanna, vertrat während des chilenisch -peruanischen Krieges 1881/82 den Ministerresidenten in Lima und wurde 1884 Generalkonsul in St. Petersburg. Im Jahre 1885 wurde er als erster Gouverneur nach Kamerun entsandt und gleichzeitig zum Oberkommissar für Togo ernannt. 1890 wurde er zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt und schied 1893 aus dem Reichsdienst aus. v. S. lebte dann auf seinem Gute Vorra in Bayern, wurde 1900 Kabinettschef S. M. des Königs von Württemberg und 1901 württembergischer Staatsminister, trat 1906 krankheitshalber von dieser Stelle zurück und ist seit 1907 wieder Kabinettschef S. M. des Königs von Württemberg in Stuttgart.