Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 387

Sprachen. Die Zahl der Eingeborenen - S. in den deutschen Kolonien ist sehr groß. Noch immer sind sie nicht sämtlich bekannt, obwohl Missionare, Beamte und Gelehrte eifrig an ihrer Erforschungarbeiten. Einen guten Überblick über die S. Afrikas gibt immer noch: R. N. Cust, A Sketch of Modern Languages of Africa, London 1883, dazu Essay of the Progress of African Philology up to the Year 1893, London 1893. Vgl. C. Meinhof, Die moderne Sprachforschung in Afrika, Berlin 1910. S. die Artikel: Afrikanische Sprachen, Eingeborenensprachen, Grammatiken der Eingeborenensprachen, Bantusprachen, Hamitische Sprachen, Mischsprachen, - Sudansprachen, Südseesprachen. Mit den Arabern (s.d.) und dem Islam (s.d.) ist das Arabische in die deutschen Kolonien Ostafrika, Kamerun und Togo eingedrungen, indische Sprachen kamen mit indischen Händlern nach Ostafrika. S. Araber, Hindustani, Gudscherati. Später brachten die Portugiesen, Holländer, Engländer ihre S. mit, bis schließlich auch das Deutsche seinen Einzug in Afrika gehalten hat und sich besonders in Südwest ausbreitet. Aber auch in den anderen Kolonien gewinnt es unter dem Einfluß von Regierungs- und Missionsschulen an Boden.

Meinhof.