Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 391

Sso, untergegangenes Volk in Nordkamerun, deren Reste die Kerebina sein sollen. Die Makari (s. Kotoko) sollen ihnen verwandt sein. Sie beherrschten im 13. bis 14. Jahrh. das ganze Gebiet südlich des Tsadsees. Vielleicht sind sie aus Norden eingewandert. Man schreibt ihrer Zeit die Herstellung der großen Töpfe, die man überall in Gräbern findet, zu. Ebenso soll ihrer Zeit die Begräbnisstelle in Ngala, wo 35 ihrer Könige begraben sein sollen, angehören. In den Töpfen sind die Toten sitzend begraben worden. Die Kerebina sind jetzt ein reines Jägervolk, das zerstreut am Logone und Schari wohnt. In Kultsch z. B. sollen ausschließlich Kerebina wohnen. Sie sind äußerlich Mohammedaner, doch steht ihre Religion auf schwachen Füßen, und sie werden allgemein als Schweinefleischesser verachtet.

Passarge - Rathjens.