Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 395 f.

Stachelhäuter oder Echinodermata, Kreis von Tierformen, die am Meeresufer oder am Meeresboden leben, meist strahlig angeordnete Organe besitzen und durch eine Kalkschale bzw. ein Kalkskelett oder wenigstens durch Kalkstückchen in der Haut ausgezeichnet sind. Ihre Bewegungen sind träge oder fehlen ganz. - Folgende zu den S. gehörende Tiere kommen an den Küsten unserer Kolonien vor. 1. Die meist durch langgestreckten Körper (s. Tafel 191/92 Abb. 6) und lederartige Haut ausgezeichneten Seegurken oder Seewalzen (Holothuria [s.d.]). 2. Die entweder durch einen aus Kalkstückchen, bestehenden Stiel oder durch strahlig gestellte, wurzelartige Klammerorgane (s. Tafel 191/92 Abb. 4) ausgezeichneten Haarsterne (s.d.). 3. Die durch halbkugeligen oder scheiben- bis eiförmigen, an der Unterseite stets abgeflachten, Kalkstacheln tragenden Körper (s. Tafel 191/92 Abb. 5) ausgezeichneten Seeigel (s.d.). 4. Die mehr oder we Niger sternförmigen (s. Tafel 191/92 Abb. 7), an der Unterseite der Arme mit Saugfüßchen versehenen Seesterne (s.d.) und 5. die ähnlich gebauten aber schlankeren und nicht mit Saugfüßchen versehenen Schlangensterne (s.d.). - Die meisten Stachelhäuter sind Raubtiere und nähren sich von Muscheln und anderen wenig beweglichen Tieren. Nur die Seewalzen nehmen (wie die Regenwürmer) Bodenbestandteile auf, um die verdaulichen Teile dem Körper zuzuführen, und die Haarsterne strudeln mit Flimmerwimpern kleine Tierchen und Teilchen organischer Stoffe in ihren Mund. Die Bewegung findet in den meisten Fällen durch zahlreiche vorstreckbare weiche Saugfüßchen statt. Die Stacheln der Seeigel dienen dabei vielfach als Stützorgane. Nur die Schlangensterne und Haarsterne bewegen sich, indem sie die ganzen Arme oder Klammerwurzeln biegen.

Dahl.