Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 431

Sturminsel oder Squally Island, Emir, Emirau, Keruë, aus gehobenem Korallenkalk bestehende, bis 40 m anfragende, von jüngeren Riffen umgebene bewohnte Insel des Bismarckarchipels (Deutsch-Neuguinea) um 150° 6. L. und 1° 40' s. Br. 1913: 603 Einwohner. Die S. liegt ca. 15 Seemeilen östlich von Mussau (s.d.). Sie wurde von Dampier im Jahre 1700 entdeckt. Die Hauptinsel ist ca. 50 qkm groß. Im Westen der Hauptinsel liegen die ca. 60 ha große Insel Eanussau, die kleine Insel Elivotue, im Südosten der Hauptinsel die beiden Inseln Tuitui und Lomussau. Ankerplätze befinden sich südlich der Insel Lomussau und im Hamburger Hafen an der Nordwestküste. (Deutsche Seekarte Nr. 617.) Die Eingeborenen der Inselgruppe sind im Jahre 1913 gezählt worden. Es ergab sich hierbei eine Eingeborenenbevölkerung von 603 Personen, darunter 317 Männer und 286 Frauen. Arbeitsfähige Männer wurden 160 festgestellt, von denen 62 im Dienste von Weißen stehen. Die Bevölkerung verteilt sich im ganzen auf vier Dörfer. Auf der Gruppe befinden sich größere Kokospalmbestände, die das Hauptnahrungsmittel der Eingeborenen liefern. Da die Bewohner im übrigen in Physis und Kultur denen von Mussau gleichen, so s. das Nähere darüber unter Mussau. Die Inseln gehören zum Verwaltungsbezirk Neumecklenburg - Nord. Missions- und Regierungsstationen befinden sich auf ihnen nicht. Die Inseln haben nur gelegentlich Verkehr.

Literatur: Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch -Neuguinea vom 15. Juli 1893 S. 153 u. 154.

Krauß.