| Swakopmund (s. Tafel 186), der wichtigste
Küstenplatz von Deutsc
-Südwestafrika. In S., das zugleich der Mittelpunkt des gleichnamigen
Verwaltungsbezirks
ist, befinden sich nicht allein ein Hauptpostamt, eine Telegraphenstation
und eines der wichtigsten Zollämter, sondern es ist auch Sitz einer
Station
der Rheinischen Missionsgesellschaft sowie einer solchen der Mission des
St. Bonifatiusklosters bei Folge. Ferner
bestehen hier eine sehr gut besuchte Regierungsschule und eine Realschule.
Die meisten der größeren selbständigen Firmen des mittleren und nördlichen
Schutzgebiets
sowie eine Anzahl Kolonialgesellschaften haben in S. eine Filiale. Groß
ist auch die Zahl der daselbst angesessenen Einzelfirmen. - S. ist
gleichzeitig
der Ausgangspunkt der nach dem südlichen Hererolande (Windhuk) und der nach Otavi -Tsumeb führenden Hauptbahnen. - S. ist nicht
Hafen, sondern offene Reede, deren Wert allerdings
durch einen starken Dammbau erheblich gewonnen hat. Vor der Küste steht
eine ziemlich lebhafte Brandung. Unangenehm beeinflußt wird der Seeverkehr
durch die starken Sandverschiebungen und die damit zusammenhängenden
Änderungen
der Tiefenlinien auf der Reede. Die Entwicklung S.s ist in erster Linie
weniger seiner Reede als der günstigen Lage des Ortes zum Binnenlande zu
verdanken. Erst 1892 wurde durch S. M. S. Hyäne die Möglichkeit des
Landens
endgültig festgestellt, doch erst 1893 begann der Verkehr
sich diesem Punkte mehr und mehr zuzuwenden. Die Unmöglichkeit, die immer
größer werdenden Ochsenwagenzüge über die wasser- und futterlose Umgebung
der Walfischbai hinwegzubringen, haben außer den
sehr triftigen politischen Beweggründen in erster Linie dazu beigetragen,
den immer schneller aufblühenden Ort zum Ausgangspunkt des Verkehrs zu
machen.
Auch die Bahn fand auf den das Swakoptal im Norden begleitenden
Hochflächen
viel günstigere Bedingungen der Anlage vor als sie bei der Wahl einer etwa
von Walfischbai ausgehenden Linie, von der man in früheren Zeiten wohl
träumte,
je zu erreichen gewesen wären. So kam es, daß bereits 1901 in S. etwa die
gleiche Zahl von Einzelfirmen tätig war wie in Windhund selbst. Ist auch
die Bedeutung von Lüderitzbucht
seither ganz erheblich gestiegen, so hat S. gleichwohl alle Aussicht,
dauernd
den Rang des wichtigsten Tores für den Handel des Schutzgebiets zu
behaupten. Klimatabelle
s. Deutsch-Südwestafrika.
Literatur: K. Dom Deutsch-Südwestafrika.
Gotha 1897. - H. v. Francois, Nama und Damara.
Magdebg. - K. Schwabe, Mit Schwert
und Pflug in Deutsch - Südwestafrika. 2. Aufl.,
Berl. 1904. - L. Schultze, Aus Namaland und
Kalahari. Jena 1907. - A. Gülland, Das
Klima von Swakopmund, Mitt. a. d. d.
Schutzgeb. Berl. 1907 (wichtig wegen der für
die Schiffahrt unentbehrlichen Mitteilungen
über Wind, Nebel und
Brandung). Dove.
|