Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 452

Tael, Handelsname (malaiisch tahil, nach Hindu tola) der chinesischen Unze, gleich 1/16 Pfd. (kätti). Die Unze (chinesisch liang) Silber ist die Rechnungseinheit der chinesischen Silberwährung, die aber nicht ausgemünzt wurde. Silber lief vielmehr in Barrenform um und diente als Zahlungsmittel nach dem Gewicht. Zur Kupferwährung wurde der T. so in Beziehung gesetzt, daß er gleich 1000 Tsien sein sollte, deren Handelsname Cash (Kämen) oder Sapeka ist. Gewicht und Feinheit des T.Silber ist nicht überall gleich. Der für Zollzahlungen maßgebende Haikwan - T. soll 37,78 g (583 grains) reinem Silbers entsprechen. Ein Haikwan - T. ist gleich 111,4 Shanghai - T. Andere als Zollzahlungen an den Staat sind in Kuping - T. zu machen, 100 Haikwan - T. = 101,642 335 Kuping - T., 100 Kuping - T. = 109,6 Shanghai - T. Von diesen normalen Gewichten weichen aber die in örtlichem Gebrauch stehenden T. in mannigfacher Weise ab. Fremdes Silber wird in Kanton - T. gehandelt = 579,85 grains. Im Yangtsebecken und in Nordchina herrscht im Fremdhandel der Shanghai - T. = 524,93 grains oder 34,113 g Feinsilber. - Der Goldwert des T. schwankt mit dem Goldpreise des Silbers, wozu noch die örtlichen Einflüsse von Nachfrage und Angebot kommen. Nach dem alten Gold - Silberverhältnis 1: 15,5 rechnete man den Haikwan - T. regelmäßig gleich 6,80 M. In den Jahren 1900/12 bewegte sich der Kurs im Jahresdurchschnitt zwischen 2,65 M (1902) und 3,36 M (1906). S. Geld und Geldwirtschaft.

Rathgen.