Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 454

Tamberma, Land und Volk an der Nordostgrenze Togos. Der größere Teil der T.bevölkerung sitzt, auf französischem Gebiet in Ober - Dahomé. Nach Togo ragt nur ein Teil davon über die schräge Grenzlinie zwischen dem 10. Breitenparallel und Djeburi (Gando) herein. Die T. sind. Heiden und wohnen in zerstreut liegenden Gehöften, welche wegen ihrer burgartigen Bauart T.burgen genannt werden. Eine Eigentümlichkeit der Männer dieses Stammes ist die, daß sie die Vorhaut des Geschlechtsteiles in geflochtenen tütenartigen Futteralen (s. Tafel 86 Abb. 16) oder in den Hälsen kleiner Flaschenkürbisse tragen. Diese Futterale sind vielfach das einzige Bekleidungsstück der Männer. Nach den Forschungen Frobenius gehören die T. wahrscheinlich zur Gurma - Völkergruppe. Sie sind Ackerbauer und Viehzüchter. Eine politische Organisation. besitzen sie nicht. Der europäischen Verwaltung traten sie in der ersten Zeit. der Erschließung ihres Landes feindlich gegenüber.

Literatur: Dr. Asmis, Die Stammesrechte des Bezirkes Sansane - Mangu, Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft, Bd. XXVII, Stuttg. 1912. - L. Frobenius, Auf dem Wege nach Atlantis. Berl. -Charlottenb. 1911. - Dr. C. Schilling, Tamberma, Globus 1906.

v. Zech.