Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 459

Tapa. 1. Landschaft im Verwaltungsbezirk Kete-Kratschi in Togo. T. nimmt teils einen dem zentralen Togogebirge westlich vorgelagerten Bergzug, teils die Niederung des unteren Asuokoko (s.d.) ein. Die T.leute sprechen die Tschisprache; ihr altes eigenes Idiom, die sog. Borosprache, welche sie mit den benachbarten Worawora gemein hatten, ist verschollen. Sie gehören einem der zahlreichen isolierten Volkstämme Süd- und Mitteltogos an, welche ethnologisch in eine der bekannten großen Völkergruppen nicht eingereiht werden können. Der Sitz des Stammesoberhaupts ist der auf dem erwähnten Bergzug gelegene Ort T. Die Landschaft T. enthält noch ziemlich viel Waldgebiet und gehört zu den fruchtbarsten Teilen des Bezirks Kete-Kratschi. Die T.leute haben in den Uferwaldungen ihres Gebiets zahlreiche Kolabäume angepflanzt und wenden sich neuerdings auch der Kakaokultur zu. v. Zech. 2. T. wird auf Samoa gemeinhin der Rindenstoff benannt, richtiger Siapo. Diente als Kleidung. Von den dünnen Stämmchen des angepflanzten Papiermaulbeerbaums wird die Rinde abgezogen, die Epidermis entfernt, der Bast nach Einweichen in Wasser mit Schlegeln breit geklopft. Die einzelnen dünnen Lagen werden mit Stärkekleister aufeinander geklebt, dann über Holz- oder Pandanusblattmatrizen mit Farbe (rote Erde) berieben und aus freier Hand bemalt.

Krämer.