Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 460

Taraba, linker Nebenfluß des Benue. Er erhält seine Gewässer von dem Nordrand der Hochfläche von Südadamaua in Kamerun, sowie von der Westseite des Tschebtschigebirges. Er mündet auf englischem Gebiet in den Benue und ist nur im Oberlaufe deutsch. Von seinen Quellflüssen ist wohl der Kam, der auf dem Djauro - Gotil - Paß und auf dem östlichen Ende des Kumbohochlandes entspringt, der bedeutendste. Der T. selbst entspringt westlich von Kontscha. Unterhalb des Zusammenflusses von T. und Kam münden dann der Gasabu von links und Mao Kam, ganz auf englischem Gebiet fließend und auf den Westhängen des Tschebtschigebirges entspringend, von rechts. Der T. durchfließt mit seinen Nebenflüssen die sog. Inselbergplatte von Gaschaka, die eine Höhe von 300 - 400 m besitzt und der einzelne Inselberge aufgesetzt sind. Diese Inselberge erreichen eine relative Höhe oft von 1000 m und mehr. Nach Nordwesten öffnet sich diese sonst nach allen Seiten geschlossene Bucht zum Benuetal. Die Vegetation des T.gebietes ist eine Busch- und Baumgrassteppe. Die Platte von Gaschaka wird ausschließlich von Fulbe (s.d.) bewohnt, die den T. und weiterhin den nur 960 m hohen Djauro - Gotil - Paß als Einfallstor zum Hochland benutzten. Nur auf Inselbergen sitzen Heiden, die dorthin zurückgedrängt worden sind. Der T. ist nur auf englischem Gebiet schiffbar. Eine wichtige Straße, an der mehrere Siedelungen, wie Gaschaka, liegen, führt den T. abwärts von Banjo nach Bakundi und zum Benue.

Passarge - Rathjens.