Tauben, Columbidae. Die große Familie der T. ist über die ganze Erde
verbreitet. Im allgemeinen in ihrer Körperform sehr gleichmäßig und daher auch
von Laien leicht richtig anzusprechen, kommen in den Tropen doch auch abweichende Formen vor, wie die
durch buntes, grün und rotes oder metallisch glänzendes Gefieder auffallenden Fruchttauben und in Australien die Lauftauben,
deren größte Mitglieder die Kronentauben (s. unten) sind. - In Afrika sind
einige 40 Taubenarten bekannt, von denen die folgenden als die auffallendsten
und häufigsten kurz gekennzeichnet seien: Die allgemein verbreitete Guineataube, Columba guinea, von etwa
Haustaubengröße, grau, mit rotbraunen Rücken- und Schulterfedern, Flügeldecken
rotbraun mit dreieckigen weißen Flecken. Von den durch schwarzen Halsring
ausgezeichneten Turteltauben ist Turtur
semitorquatus eine der verbreitetsten; Rücken und Flügel sind braun, der
Unterkörper ist tiefgrau, der Hals weinfarben. Die Tamborintaube, Tympanistria tympanistria, ist
kleiner als die Turteltaube, oberseits braun, unterseits reinweiß, einige
metallisch glänzende Flecke auf den innersten Armschwingen. Solche Metallflecke
hat auch die kleine Stahlflecktaube,
Chalcopelia afra, die sich aber durch blaß weinfarbene Unterseite unterscheidet.
Die kleinste afrikanische Taube ist das Kaptäubchen, Oena capensis, mit langem,
stufigen Schwanz. Von den grünen Fruchttauben ist die in mehreren Abarten
vorkommende Vinago calva eine der häufigsten. - Zahlreich und formenreich sind
die T. in Neuguinea. Von Fruchttauben ist die
Gattung Carpophaga in einer Reihe von Arten vertreten, große Vögel von
Haustaubengröße und darüber mit vorherrschend erzglänzendem Gefieder; ebenso die
Gattung Ptilopus, kleinere T. mit sehr bunter, in Grün, Gelb und Rot wechselnder
Befiederung. Auf Neuguinea sind ferner die großen Krontauben, Goura, heimisch,
von Fasanengröße, mit einer fächerartigen Krone aufrecht stehender
zerschlissener Federn auf dem Kopfe, und auffallend ist Caloenas nicobarica mit
erzgrün glänzendem Gefieder und einem Schopf lanzettförrniger Federn im Nacken.
Auf den polynesischen Inseln sind hauptsächlich Fruchttauben mit der Gattung
Ptilopus vertreten; auf Samoa P. perousei, auf den
Marianen P. roseicapillus, auf den Palauinseln P. pelewensis, auf den Karolinen P. ponapensis. Auf Samoa lebt aber noch
die merkwürdige Zahntaube, Didunculus strigirostris, deren starker Oberschnabel
hakenförmig gebogen ist, während der Unterkiefer an der Spitze mit mehreren
Zähnen versehen ist. - In Kiautschou ist bisher nur eine Turteltaube, Tartur
douraca, nachgewiesen.