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Texasfieber (Rindermalaria, Blutharnen, Hämoglobinurie, Rotwasser = Redwater, Tick
fever, Tristeza)
ist eine durch ein Piroplasma (P. bigeminum) verursachte, zuerst beim
Texasvieh in den Vereinigten Staaten studierte seuchenhafte Erkrankung
der Rinder, die in tropischen und subtropischen Gegenden weit verbreitet
ist. Das T. wird übertragen durch Zecken
(s.d.), in Amerika durch Rhipicephalus
annulatus, in Afrika durch Rh. appendiculatus (blaue Zecke). Der
Ansteckungsstoff
geht von den Zeckenweibchen, die an kranken Rindern Blut gesogen haben,
auf die Eier und die hieraus sich entwickelnden Larven über. Die Larven
der Zecken setzen sich auf Gräsern fest und finden hier Gelegenheit, auf
weidende Rinder überzugehen. Die Zeit,
die vergeht, bis durch die Brut einer infizierten weiblichen Zecke
Krankheitserscheinungen
bei gesunden Rindern hervorgerufen werden, beträgt insgesamt etwa 45
Tage
und setzt sich zusammen aus der Zeit der Entwicklung der Zeckenlarve und
dem eigentlicher Inkubationsstadium der Krankheit; erstere beträgt 30,
letzteres 10-15 Tage. Die Krankheitserscheinungen bestehen in hohem Fieber,
bei. Kühen in starkem Nachlassen der Milchabsonderung, ferne in
schwankendem
Gange, Muskelzittern und vor allen Dingen in dem Absatz braunroten bis
schwarz roten Harnes (Rotwasser). Die Krankheit kann schon in wenigen
Tagen mit dem Tode endigen; in leichteren Fällen kann nach. mehreren
Wochen
wobei die Tiere stark abmagern, Genesung eintreten. Am leichtesten
verläuft
die Krankheit bei jungen Tieren, die nur einige Tage hindurch krank
erscheinen,
dabei keinen rot- oder braungefärbten Harn absetzen, sondern nur
verminderte
Freßlust, Mattigkeit und Gelbfärbung der sichtbaren Schleimhäute zeigen.
In Gegenden, in denen das T. heimisch ist, sind die Verluste an der
Krankheit
gering, weil die Tiere, in der Jugend durchseuchen. Kommen aber in
solche
Gegenden Tiere aus anderen Gegenden, in denen das T. nicht heimisch ist;
so sterben diese in großer Zahl unter den ausgesprochenen Erscheinungen
des T. Die Verluste betragen 50% und darüber. Ferner kann die Krankheit
durch anscheinend gesunde Tiere aus T.gegenden in andere Gegenden
eingeschleppt
werden dadurch, daß die von den anscheinend gesunden, in Wirklichkeit
aber noch Piroplasmen beherbergenden
Tieren abfallenden Zecken durch ihre Brut auf gesunde Rinder die
Krankheitskeime
übertragen. Durch unbedachte Einfuhr von Rindern aus T.gegenden ist die
Krankheit in bis dahin seuchenfreie Gegenden eingeschleppt worden, so
unter anderem im Jahre 1871 mit Rindern aus Madagaskar nach
Südostafrika,
wo das T. jetzt im ganzen Osten der südafrikanischen Union und im
Transvaal
eine ständige Geißel bildet. Das T. kann durch Trypanblau mit Erfolg
behandelt
werden. Ferner kann die Seuche bekämpft werden durch Vernichtung der
Zecken
auf die bei dem Küstenfieber angegebene Weise (Grasbrennen
und vor allem Zeckenbäder) oder durch Bespritzen der Tiere
mit zeckentötenden Mitteln. Um Tiere aus unverseuchten Gegenden zur
Aufkreuzung
in T.gegenden einführen zu können, wird mit Erfolg, die Impfung mit Blut durchgeseuchter Tiere angewendet.
Wenn die mit Blut geimpften Tiere nach einiger Zeit auf verseuchte Weiden
verbracht werden, erkranken sie vorübergehend, erlangen aber dadurch
eine
dauernde Widerstandsfähigkeit gegen eine weitere Erkrankung an T. Wo das
T. nicht herrscht, ist die Einfuhr von Rindern aus T.gegenden streng zu
verboten.
v. Ostertag. |