Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 479 f.

Tibati, Stadt in der Mitte des Hochlandes von Südadamaua in Kamerun, im Flußgebiet des Djerem, dem Siebenstromland der Fulbe (s.d.) gelegen. Sie ist eine Fulbesiedelung und von dem Lamido Haman Sambo den Wute (s.d.) abgenommen und zu seiner Residenz gemacht. Die Lamidos von T. bekämpften die Lamidos von Banjo und Ngaundere und blieben trotz langer Belagerung durch den Emir von Jola selbst von diesem unabhängig. Im Jahre 1899 wurde T. von Major v. Kamptz (s.d.) gestürmt, und der letzte Lamido Haman Lamu abgesetzt. Früher war T. eine große und mächtige Stadt, jetzt wird sie immer unbedeutender, und die T.fulbe (s. Tafel 82) verarmen allmählich, seitdem die Deutschen den Sklavenjagden ein Ziel gesetzt haben. Jetzt ist T. eben wegen der Räubereien der Fulbe von einem breiten Gürtel unbewohnten Landes umgeben. Dazu kommt, daß T. keine direkte Verbindung nach Norden besitzt, daß die Handelsstraßen über die günstiger gelegenen Städte Banjo und Ngaundere gehen. - Die Stadt war mit einem 63/4 km langen Wall und Graben umgeben und faßte 187 ha. Vier große 5 m hohe Lehmtore mit spitzem Grasdach führten ins Innere. Der Sultanspalast ist wieder eine Festung für sich und bestand aus 4 Höfen, die mit Mauern umgeben waren. - T. wird vielleicht noch einmal wieder aufblühen, wenn die fruchtbaren Gebiete der Djeremniederungen erschlossen sind. Es gehört zum Bezirk Garua, von dem es eine Landschaft bildet und ist Sitz mehrerer Faktoreien.

Literatur: Dominik. Kamerun 273 ff. - Strümpell, Guchichte Adamauas.

Passarge-Rathjens.