Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 480 f.

Tierärzte sind Sachverständige, die nach vorgeschriebenem Studium auf tierärztlichen Hochschulen oder bei den tierärztlichen Fakultäten einer Universität die tierärztliche Approbation erlangt haben. Für die Zulassung zur Approbationsprüfung sind als Vorbedingungen vorgeschrieben: die Ablegung der Reifeprüfung, mindestens achtsemestriges Studium und die Ablegung der naturwissenschaftlichen und anatomisch- physiologischen Vorprüfung. Die hiernach approbierten T. sind zur Ausübung der Tierheilkunde im ganzen Gebiete des Deutsehen Reiches und in den Kolonien befugt. Nach mehrjähriger tierärztlicher Praxis können die T. sich der Prüfung als beamtete T. unterwerfen, die zur Anstellung im Staatsdienste berechtigt. Auch für die Kolonial-T. ist die Ablegung der Prüfung als beamtete T. erwünscht. Außer den praktischen und den beamteten T. gibt es städtische T., die im Dienste der Städte die Fleischbeschau und Milchkontrolle ausüben, ferner Gestüt-T. und Militär-T. (s. Veterinäroffiziere). Von den Kolonial-T. ist außer umfassender wissenschaftlicher Bildung und praktischer Erfahrung namentlich in den Geschäften der beamteten T., der Ablegung des Examens als beamteter T. Beherrschung der bakteriologischen Untersuchungsmethoden zur Feststellung der in den Kolonien vorkommenden Seuchen erforderlich. Erwünscht ist außerdem wegen der dem T. auf dem Gebiete der Tierzucht zufallenden Aufgaben der Nachweis der Befähigung als Tierzuchtinspektor durch das in Deutschland hierfür vorgeschriebene Examen.

v. Ostertag.