Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 529

Ton ist ein plastisches, wasserhaltendes Tonerdehydrosilikat, das Restprodukt der gewöhnlichen (nicht der Tropen-) Verwitterung aller Feldspatmineralien und feldspathaltigen Gesteine (s. Rotlehm). Die mit Sand und Eisenverbindungen verunreinigten Tone heißen Lehme; kalkhaltige Tone werden Mergel genannt; chemisch ganz reine Tone werden Kaolin genannt. In Kamerun am Kamerunberg kommen sehr reine, weiße, kaolinartige T. vor, die durch Einwirkung kohlensäurehaltiger Quellen bzw. aus Spalten ausströmen der Kohlensäure auf Basalte entstanden sind. Der Gegensatz zum T. ist der Laterit, das nicht plastische Restprodukt der spezifischen Verwitterung (s.d.) in den Tropen. Durch allmähliche Verhärtung und Umbildung gehen im. Laufe geologischer Zeiten die T. wieder in Schiefertone, Tonschiefer und Phyllite über.

Gagel.