Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 532

Träger (die militärisch organisierten) bestehen bei allen Schutztruppenkompagnien in Deutsch - Ostafrika und neuerdings auch bei einigen in Kamerun; sie sollen bei plötzlich eintretendem Trägerbedarf, insbesondere im Falle eines größeren Aufstandes, die sofortige Marschbereitschaft der Gefechtstruppe gewährleisten und für die größeren Trägerkolonnen im Ernstfall das Rückgrat und den erforderlichen Halt abgeben. Die Stärke der Trägertrupps schwankt zwischen 30 - 50 pro Kompagnie; sie sind Angehörige der Schutztruppe und unterliegen bezüglich Strafrechtspflege, Disziplinarbestrafung, Urlaub und Krankheit den für die Truppe gegebenen Vorschriften (s. Schutztruppen). Sie werden durch einheitliche Bekleidungsstücke (z.B. rotes Fez mit Kompagnienummer, ausrangierte Uniformstücke u. dgl. m.) gekennzeichnet, in der Regel bewaffnet und bereits im Frieden daran gewöhnt, längere Strecken ohne Pausen zurückzulegen und so zu marschieren, wie es der Krieg erfordert. Das Gewicht der Lasten beträgt rund 30 kg. Ihre militärische Ausbildung erstreckt sich im allgemeinen auf das Schießen mit ihrer Waffe, Aufstellen und Aufnehmen der Maschinengewehre (s.d.), Marsch in der Marschkolonne, Benehmen bei plötzlichen Angriffen und Lagereinrichtung. An der Spitze der T. steht meist ein Trägerführer ("mnyampara" in Deutsch-Ostafrika; in Kamerun "Vormann" oder auch "headman" im Nigger - Englisch der Eingeborenen). S.a. Trägerwesen.

Zimmermann.