Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 533 f.

Trappen, Otididae, große Laufvögel, deren kleinste Vertreter die Größe starker Haushühner haben, während die größten über Truthahnhöhe erreichen. Ihre Kennzeichen sind: Fehlen der Hinterzehe, kurze Bindebäute zwischen den Vorderzehen, Lauf wenigstens doppelt so lang als die Mittelzehe, Schnabel kurz, hühnerartig. Sie sind über Europa, Asien, Afrika und Australien verbreitet; Afrika beherbergt die meisten, einige 20 Arten. Sie bewohnen vorzugsweise weite ebene Flächen mit trockenem Boden, halten sich besonders in Getreidefeldern und in Grassteppen, die ihnen Deckung gewähren, auf. Hier legen sie in einfache Bodenvertiefungen, ohne Nestunterlage, ihre 2 - 4 ovalen, auf ölbraunem oder ölgrünem Grunde braungefleckte Eier. Die Nahrung besteht sowohl in Pflanzenstoffen wie in Insekten, Würmern und kleinen Wirbeltieren. Als Heuschreckenvertilger werden sie sehr nützlich. Sie sind ungemein scheu und vorsichtig, laufen sehr schnell und Fliegen gut. Die Stimme ist knarrend. - Der größte T. ist der von den Buren "Gom - Paauw" genannte Otis kori, der von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende eine Länge von 130 cm erreicht. Er wird sowohl in Ost- wie in Südwestafrika angetroffen. Der Hals ist schwarz und weiß gebändert, Oberkörper und Flügel gelbbraun und schwarzbraun gewollt, Unterkörper weiß. Neben dem Kori kommt in Ostafrika der viel kleinere Otis melanogaster vor, der nur 60 cm Länge hat. Beim Männchen ist der Unterkörper schwarz, längs der Mitte des Vorderhalses verläuft ein schwarzes, jederseits weiß gesäumtes Band. Diese Art wird auch in Togo angetroffen. In Südwestafrika ist der noch kleinere "Knorhaan" der Buren, Otis afroides, beheimatet. Stirn, Kopfseiten, Hals und Unterkörper sind beim Männchen schwarz. - In Kiautschou lebt eine unserem großen T. ähnliche Art, Otis dybowskii.

Reichenow.