Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 536

Trommeln (s. Tafel 144 - 147) im eigentlichen Sinn sind über Hohlkörper ausgespannte Membranen, die geschlagen. werden (Fell - T.). Sie dienen, einzeln oder zu ganzen Orchestern vereint (Togo, Kamerun), vorzugsweise zur Gesang- und Tanzbegleitung. Sie sind ganz allgemein verbreitet, fehlen nur an wenigen Stellen (Salomoninseln; Urundi im Nordwesten Deutsch-Ostafrikas) und werden dann meist durch Holz - T. (s.d.) ersetzt, in Samoa durch zusammengerollte Matten. S.a. Trommelsprache, Musik, Tänze und Musikinstrumente. Die melanesischen (und auch einige ostafrikanische) sind sanduhrförmige Röhrentrommeln mit Reptilienhaut (s. Tafel 146/46). Einfach aufgespannt oder festgebunden wird das T.fell in Deutsch-Südwestafrika (Bergdamara) und bei einigen Stämmen Deutsch-Ostafrikas, angenagelt im Nordwesten von Deutsch-Ostafrika und (selten) in Togo. Die gewöhnliche Befestigung ist die durch Schnüre, die um den T.körper herumgehen (Deutsch-Ostafrika) oder durch Nägel (Togo) oder einen Ring gespannt werden; dieser ist entweder mit dem T.körper fest verbunden, oder er wird durch Keile festgehalten (Kamerun). Sanduhrförmige Doppel - T. besitzen die Haussa (Nordtogo, Adamaua).

v. Hornbostel.