Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 551

Tschamba.

1. Landschaft am oberen Monu im Verwaltungsbezirk Sokode, in Togo. Die eigentliche einheimische Bezeichnung ist Kaselím. T. besteht aus 21 Ortschaften. Der Oberhäuptling befindet sich in Agboinimin. Die Bevölkerungszahl wird auf 20 000 Köpfe geschätzt. Die T.leute stammen aus Bassari (s.d.) und sprechen eine der Bassarisprache verwandte, von ihr wahrscheinlich nur dialektisch verschiedene Sprache. Ethnologisch müssen sie wie die Bassariten der Gurma -Völkergruppe zugeteilt werden. Sie sind Heiden, bis auf die Bewohner einer unbedeutenden Mohammedanerniederlassung. Die T.leute sind Ackerbauer und Viehzüchter. v. Zech.

2. Die T. sind ein Stamm von Sudannegern, die im Alantikagebirge in Kamerun wohnen und den Dekka (s.d.), die ihnen benachbart sind und nach Westen bis ins Tschebtschigebirge reichen, verwandt sind. Nach anderer Auslegung sind die T. und die Dekka überhaupt dasselbe Volk. In dem Dalamiplateau sind die Heiden von den Fulbe (s.d.), die in den Ebenen wohnen, unterdrückt. Die Stämme der Gebirge haben sich dagegen unabhängig zu erhalten gewußt. Die Sprache der T. ist sehr reich an Nasallauten und ist der der Durru verwandt.

3. Der Ort T. ist eine blühende Stadt in Kamerun, am Faroflusse gelegen, im Osten des Atlantikamassivs. Sie verdankt ihre Bedeutung einmal der Schiffahrt des Faro, die an diesem aufwärts weit über die Mündung des Dodeo hinaus und den letzteren aufwärts bis Laro reicht. Andererseits führt eine wichtige Straße, die wichtigste, die Norden und Süden des Schutzgebietes verbindet, über T. Es ist das die Straße von Duala nach Bamenda, Bamum und Banjo und andererseits von Kribi, Jaunde, Tibati, Banjo, die dann weiter führt über Kontscha, T. nach Garua. Der Ort T. hat seinen Namen nach dem Volk der T., er gehört jetzt zur Residentur Adamaua.

Passarge - Rathjens.

Literatur: Zu 1: Fr. Müller, Ein Beitrag zur Kenntnis der Akasale - (Tsamba-) Sprache, Anthropos, Internationale Zeitschr. f. Völker- u. Sprachenkunde, 1906.