Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 552

Tschebtschigebirge, eines der größten Massive der Massivregion von Mitteladamaua, auf der deutsch -englischen Grenze zwischen Kamerun und Nigerien im Südwesten der Stadt Jola gelegen. Es erstreckt sich in südwestlich - nordöstlicher Richtung als geschlossener Wall von etwa 2000 m Höhe, in einer Länge von 60 - 70 km. Geologisch besteht es aus granitischem Grundgestein mit einer basaltischen Decke, über die einige Kegel, wie die 2500 m hohe Vogelspitze, hervorragen. Auch an den Flanken sind vulkanische Ergüsse aufgetreten. Der Steilabfall geht nach Osten, während nach Westen zu ein allmählicher, stufenförmiger Abfall erkennbar ist. Im Norden sind ihm Benuesandsteine angelagert. Im Norden und Osten steigt man in die Benueebene hinab, im Süden geht das T. in die Inselbergplatte von Gaschaka über, und im Osten liegt die Dalamiplatte, die nach Süden zu zum Larozug ansteigt. Die Entwässerung des T. wird durch die Nebenflüsse des Benue besorgt, vor allem von dem Taraba (s.d.) und seinem Nebenfluß, dem Mao Kam und dem Mao Ini. Sie haben tief eingeschnittene Täler geschaffen, die das Plateau an den Flanken in ein wildes Bergland auflösen. Noch nicht geklärt ist der Ursprung kleiner, rundlicher Kessel, besonders auf der Ostseite, die wahrscheinlich mit der eruptiven Tätigkeit, der das Gebirge seine Wandlungen dankt, zu tun haben. Die Vegetation des T. ist Buschwald, der vielleicht stellenweise zu Höhenwald wird. Schöne Hochweiden findet man in den Tälern. Die Bewohner des T. sind Heiden, die hier Zuflucht vor den Fulbe (s.d.) gefunden haben, die Dekka (s.d.) oder die Tschamba (s.d.).

Passarge - Rathjens.