Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 556

Tuff (Tuffit), Bezeichnung für die Ablagerungen von (verfestigten) Aschenmassen, die bei vulkanischen Ausbrüchen ausgeschleudert und in der Umgebung des Vulkangebiets angehäuft werden. Die subaerisch angehäuften Aschenmassen heißen T.; die unter Wasser abgesetzten Tuffite. Am Kilimandscharo, Meru, an den Rungwe- und Porotobergen nördlich vom Niassasee, in Kamerun am Kamerunberg und in der Umgebung des Manengubagebirges, sowie im Bismarckarchipel und in Kaiser-Wilhelmsland sind T. und Tuffite weit verbreitet; wo sie nicht zu trocken sind, bilden sie meistens einen sehr fruchtbaren Boden. Von ganz anderer Entstehung und Beschaffenheit als diese eigentlichen, vulkanischen T. sind die sog. Kalk- T., sehr lockere, poröse Süßwasserkalkbildungen, die sich in vielen "Kalkpfannen" Südwestafrikas finden; sie enthalten Reste von Süßwasserschwämmen, Diatomeen, Reste von Gräsern, Schilfstengeln usw.

Gagel.