Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 557

Tukum, Volksstamm der Sudanneger im T. - gebirge (s.d.), am nördlichen Rand des Hochlandes von Südkamerun, im Flußgebiet von Donga und Taraba. Sie sind ein wildes Volk, Menschenfresser, die völlig nackt gehen und mit Lanzen und Rindenschilden bewaffnet sind, soweit sie im Gebirge hausen. Sie haben aber mohammedanische Tracht und Kultur angenommen, wo sie in der Ebene vor dem Gebirge sitzen. Auch sonst unterscheiden sich die Stämme der Gebirge von denen in der Ebene. Während erstere nur ein Messer, Schild und Lanze kennen, tragen letztere Pfeile und Bogen, und vor allem liegt ein durchgreifender Unterschied in der Bauart ihrer Hütten. Die T. des Gebirges bauen quadratische Hütten, oft 1/2 m über dem Boden auf Steinen stehend und mit schön geschnitzten Türpfosten. Die Dörfer liegen auf den Gipfeln der Felskuppen, wohl wegen der Sklavenjagden der Fulbe, die die T. in die Gebirge gedrängt haben. Die der Ebene haben dagegen runde Kugeldachhütten, die bis 4 m hoch sind und deren Dach bis fast zum Boden reicht. Eisen ist den T. unbekannt. Ihre Zahl wird auf etwa 60 000 Seelen geschätzt.

Passarge - Rathiens.