Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 557 f.

Tungobesch, die größte von einigen kleinen Landschaften oder Gauen Deutsch - Ostafrikas, die oberhalb der Ostafrikanischen Bruchstufe (s.d.), n. vom Hanang (s.d.), sw. von Iraku (s.d.) liegen. Das T. -Plateau ist nach seiner Landesnatur Iraku sehr ähnlich, liegt mit diesem zusammen auf dem hier schon ziemlich breiten Horst (s. Schollenland) zwischen der Ostafrikanischen Bruchstufe (s.d.) und dem Hohenlohegraben (s.d.). Kleine Teile von T. werden nach letzterer Senke, andere über die große Bruchstufe hin entwässert; zumeist aber gehört T. zu dem kleinen, selbständigen abflußlosen Gebiet des T. - Flusses, der 2250 m ü. d. M., in bewaldetem Land entspringend, in 70 km langem Lauf nach SW fließt und zur Regenzeit in den Bassotu oder Uschutosee, 1600 m ü. d. M., in weithin menschenleerer Gegend mündet. Dieser See ist in drei aneinander stoßende Explosionskrater (Maare) gebettet. Altkristalline Gesteine sind hier durch vulkanische Explosionen, die einigen Tuff auswarfen, durchschlagen worden. 18 derartige Gebilde wurden bisher aufgefunden mit Durchmessern von 100 - 500 m. Die Hälfte von ihnen enthält Seen, die mit Ausnahme des Uschuto, obwohl auch er abflußlos erscheint, salzig sind. Das T. - Plateau senkt sich langsam nach SW, hat, nach seiner Vegetation zu urteilen, weniger Niederschläge als Iraku. Die Landschaft im N, T. und seine Nachbargaue, ist von etwa 6000 Tatoga (s.d.) .bewohnt, die Hirse, Mais und Bohnen anbauen, hauptsächlich aber gute Viehzüchter sind. Große Flächen des T. - Plateaus würden sich bei günstigeren Verkehrsverhältnissen vorzüglich zur Besiedlung durch Europäer eignen.

Literatur s. Iraku.

Uhlig.