Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 560

Ubangi, rechter bedeutender Nebenfluß des Kongo (s.d.), in den er wenig südlich des Äquators mündet. Er entsteht aus der Vereinigung des M'Bum und Uelle, die nördlich des Albert -Njansasees, unweit der Grenze von DeutschOstafrika, entspringen und beinahe parallel nach Westen fließen. Bei Bangi wendet sich der U. scharf nach Süden und stürzt vom innerafrikanischen Plateau in vielen Schnellen ins Kongobecken. Die ersten liegen bei Bangi selbst, die folgenden bei Mongumba, vor der Mündung des Lobai. Weiterhin erhält der U. ebenfalls von rechts Ibenga und Botaba; er fließt dann dem Kongo parallel und mündet erst südlich des Äquators in den Kongo. In seinem Unterlauf teilt er sich in viele Arme und überflutet bei Hochwasser seine Umgebung. Zu Kamerun gehört nach dem Marokkoabkommen eine Uferstrecke von 6 - 12 km nördlich der Mündung des Lobai (s.d.). Dort liegt der unbedeutende Ort Botanga. Der Lobai bildet in seinem Unterlauf die Grenze und fällt ganz auf deutsches Gebiet, ebenso die Quellgebiete des Ibenga und Botaba. Alle 3 Flüsse entspringen am Ostabhang des Südkameruner Plateaus. Trotz einer Länge von über 2000 km ist der U. der Dampfschiffahrt ungünstig. Das ganze Jahr hindurch gehen Dampfer nur bis Impfondo, solche von 1 m Tiefgang bis Mongumba, unterhalb der Lobaimündung. Bangi wird nur bei Hochwasser erreicht. Der Lobai ist bis zu seinem Austritt aus dem Gebirge bei Loko bei Hochwasser schiffbar.

Passarge - Rathgens.