| Ugandabahn, die 940 km lange Überlandbahn in Britisch-Ostafrika
zur Verbindung des Hafens Mombasa (s.d.)
am Indischen Ozean mit Port Florence oder Kisumu in der Bucht von Kawirondo am Victoria-Njansa. Sie wurde in der 1 m -
Spur
auf Kosten des britischen Mutterlandes mit einem Aufwande von rund 115
Mill.
M (einschl. 3,85 Mill. M für die Hafen- und Werftanlagen und Dampfer, des
Victoria - Njansa) - das sind 118 000 M für 1 km Bahn - in der Zeit von
1896 bis 1. März 1902 hergestellt. Die Bahn beginnt in Kilindini auf der
Insel Mombasa und gelangt in nordwestlicher Richtung, mit wechselndem
Abstande
von der deutschen Grenze nördlich vom Kilimandscharo verlaufend, über Voi und Tsavo nach der
Hauptstation Nairobi, dem Sitz des Gouverneurs von Britisch-Ostafrika,
Mittelpunkt
der Bahnverwaltung, Sitz der Hauptwerkstätten und Magazine. Von hier
beginnt
der steile Anstieg in die Kikuyu - Berge, deren Paßhöhe auf 2340 m
Meereshöhe
erreicht wird; dann durchschneidet die Bahn den Großen Afrikanischen
Graben
und erreicht den westlichen Grabenrand bei Mau auf 2545 m Seehöhe. Von
hier
fällt sie, vielfach mit künstlichen Längenentwicklungen, zum Victoriasee auf 1113 m Seehöhe. Der ungeachtet
zahlloser Schwierigkeiten mit großer Tatkraft durchgeführte Bahnbau diente dem wichtigen politischen Zweck, dem
britischen Reich einen festen Stützpunkt zur Beherrschung der oberen
Nilländer
zu sichern und bei Sperrungen des Suezkanals eine sichere Landverbindung
für die Truppenbeförderung nach Indien zu gewähren. Die Bahn, mit dem
anschließenden
Dampferverkehr auf dem See, hat insbesondere auf die landwirtschaftliche
Erzeugung im deutschen Hinterland des
Seegebiets außerordentlich befruchtend gewirkt und die Ein- und Ausfuhr,
wie die Zolleinnahmen der deutschen Stationen
Muansa, Bukoba und
Schirati in wenigen Jahren ungemein gesteigert.
Der Betriebsüberschuß des Unternehmens einschl. des Dampferdienstes hat
für die Jahre 1909, 1910, 1911 rund 65 800, 98 500, 131 400 £ betragen und
für das Jahr 1911 bei einer Betriebsziffer von 63,5 % eine
Kapitalverzinsung
von 2,37 % ergeben. Der nach der Küste gerichtete Güterverkehr hat in
Tonnen
betragen für die Jahre 1907, 1908, 1909 und 1911: rund 16 000, 22 000, 29
000 und 51 900 t. Die Bahn ist ein koloniales Unternehmen größten Stils,
das in vieler Beziehung als vorbildlich für kolonisatorische Betätigung
und für Überwindung größter Schwierigkeiten und Hindernisse gelten darf.
Literatur: Baltzer, Die Uganda- Eisenbahn
in Britisch-Ostafrika; Zentralblatt d.
BauverwaItung 1908. Nr. 14, 97. Mit 12 Abb. Desgl. Umschau 1908, Nr. 22, 427 ff.
Mit 7 Abb. - Die Ugandabahn in den Betriebsjahren 1904 bis 1909. DKolBl. 1911,
Nr. 5, 169 ff. Mit einer Skizze und einer Tafel .
Baltzer.
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