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Unjanjembe.
1. U. ist die in der Mitte des zentralen Hochlands von Deutsch -
Ostafrika
gelegene Landschaft, zugleich das Zentrum von Groß-Unjamwesi (s.
Unjamwesi),
der wichtigste Teil von Unjamwesi im engeren Sinne. Der Name U. ist
jung,
denn er bedeutet Land der Emben (Mango,
s.d.), die erst von Arabern und Wasuaheli
dort angepflanzt wurden (s. Tabora). Auch
andere erst neuerdings eingeführte Kulturpflanzen
sind hier zu treffen, wie Reis, Weizen,
Dattel, Zitrone usw. Die Banane ist hier von größerer Bedeutung als
sonst
in Unjamwesi (s. d., Anbau). Das ganz flache U. ist fast überall
sorgfältig
angebaut. Die Wanjamwesi (s.d.) samt
den Fremden (s. Unjamwesi) dürften das
4480 qkm große U. in einer Dichte von etwa 25 bewohnen, wobei die
Hauptstadt
Tabora (s.d.) eingerechnet ist.
Uhlig.
2. Das Apostolische Vikariat U. wurde vom Bezirk Tanganjika
(s.d.) abgegrenzt, nachdem schon seit 1881, allerdings mit wenig Erfolg,
dort missioniert worden war. Die Sklavenräubereien und andere
Schwierigkeiten
ließen vor 1891 keine guten Resultate aufkommen. 1897 wurde das Gebiet
zum Vikariat erhoben. Die Grenzen bewegen sich nördlich zwischen dem 2.
und 4., südlich zwischen dem 5. und 6. Grad s. Br.; die Ostgrenze zieht
vom 36. nach Süden zum 35. Grade; im Westen endet das Gebiet, mit der
Kolonie. Doch sind 1912 die Landschaften Urundi
und Uha losgetrennt und dem neuen Vikariat Kiwu
zugeteilt worden. (In 8 Hauptstationen [Ushirombo, Msalala, Ndala,
Tabora, Ulungwa, Iraku, Turu, Usambiro] zählt man 4493 Christen und 2336 Katechumenen. Für diese sind 33 Priester,
6 Brüder und 11 Schwestern tätig. In 30 Schulen
mit 534 Knaben und 195 Mädchen sind noch 48 Katechisten tätig. Für
Heranbildung
der letzteren besteht in Ushirombo ein Seminar [30 Schüler]). In der
Erziehung,
vor allem aber für die Krankenpflege,
arbeiten die Weißen Schwestern (s.d.)
im Vikariat. Hier wie in den anderen Missionen der Weißen Väter (s.d.)
in Ostafrika wird neben Deutsch das
Kisuaheli betrieben; für Unterrichtsbücher sorgen
die Missionare selbst. Die
aufstrebende
Handelsstadt Tabora bietet wegen der Abneigung der dort herrschenden Araber
leider noch keine festen Aussichten. Einstweilen muß die Liebestätigkeit
vorbauen. (Das Vikariat besitzt 10 Spitäler, 12 Asyle, 10
Armenapotheken,
die Zahl der verpflegten Kranken im Jahre 1913 war 81 247.)
Literatur zu 2: Afrikabote. Trier, fortlaufend. Schwager, Die
kathol.
Heidenmission äer Gegenwart II, 195 ff.,
Steyl 1908. - Schmidlin, Die kathol. Missionen,
Münster 1913, 149 ff. - Heimbucher, Die Orden u. Kongregationen d. Kath. Kirche,
III , 504 ff. Paderborn 1908. Bericht
über die Missionsgesellschaft der Weißen Vater. Trier 1904.
Schmidlin.
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