Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 589 ff.

Usambara, Gebirgslandschaft in Deutsch-Ostafrika, der Küste am nächsten liegender Teil des Ostafrikanischen Randgebirges (s.d.). Nur 35 km in Luftlinie von Tanga (s.d.) beginnt der erste Stellanstieg, der des Mlinga (s.u.). U. ist ein Gneishorst von ziemlich einheitlichem Bauplan, aber recht verwickeltem Grundriß. Letzterem zufolge unterscheidet man Westund Ost-U., getrennt durch den Luengera (s.d.) Graben, der ganz im N seine Funktion an die ö. benachbarte tektonische Bombosenke (s.u.) abgibt. Während das 1780 qkm große West - U. ein geschlossener Gebirgsklotz ist, begreift Ost-U. fünf, einander eng benachbarte Schollen: Handel (s.d.), die größte (ziemlich genau 500 qkm) ist von S nach N keilförmig verschmälert; ihr ist im NW vorgelagert und eng verbunden Hundu. Mlinga, Ngonja und Mtai, das nach den neueren Aufnahmen nur sehr lose mit Handei zusammenhängt, erheben sich, von S nach N angeordnet, wie ostwärts vorgeschobene Forts. Jede der 4 kleinen Schollen ist 70 - 90 qkm groß, insgesamt bedeckt Ost-U., wenn man noch ein paar kleinere vorgelagerte Berge und das tief zerschluchtete Land zwischen den 5 Schollen einrechnet, 1120 qkm. (Die Bezeichnung Ost- U. wird häufig nur als Sammelname für Handei, Hundu und Mtai gebraucht, mit Handel oft nur dessen breite Südhälfte bezeichnet.) U. ist aus Gneis sehr verschiedener Arten aufgebaut, neben dem andere kristalline Gesteine ganz zurücktreten, so Granit und Pegmatit, die in Gängen vorkommen. Der Gneis ist stets deutlich geschichtet, zeigt im Durchschnitt meridionales Streichen und wenig steiles (im Mittel etwa 25°) östl. Einfallen. Starke Abweichungen kommen vor, scheinen aber nur lokale Bedeutung zu haben. Sehr große, aber unreine Granaten und kleine Graphitmengen finden sich gelegentlich im Gneis, große Muskovitkristalle treten in Pegmatitgängen W-U.s auf; dort wird der Glimmer auch abgebaut. - U. ist rings von gewaltigen Steilhängen begrenzt. Entsprechend dem Schichtenbau sind die Westwände die höchsten und schroffsten. Die Westmauer W-U.s ist von überwältigender Großartigkeit. Bis zu 1800 m steigt die relative Höhe, mehr als zur Hälfte besteht sie aus nacktem, manchmal überhängendem Fels. Die deutlich vorherrschenden Richtungen in diesen scharfen Umrissen U.s sind SSW - NNO und OSO - WNW bis SO - NW. Es sind durchweg sehr junge Brüche (s. Deutsch-Ostafrika 2), die diese steilen Formen geschaffen haben. Ein stratigraphischer Beweis des Vorgangs. wird sich wahrscheinlich nie erbringen lassen. Der Gneis, aus dem auch das Land am Gebirgsfuß besteht, ist allzu gleichartig beschaffen. Verwerfungsrutschflächen dagegen wurden mehrfach am Rande, auch, innerhalb U.s beobachtet. Viel wichtiger ist es, was morphologische Erwägungen zeigen: so einheitliche, so unbedeutend zertalte, oft auf weite Strecken so wenig von der graden Richtung abweichende. Steilhänge müssen junge Bruchstufen sein. Das Flußnetz ist im höchsten Maße von diesen Formen abhängig, hat sie umgekehrt bisher nur verhältnismäßig wenig beeinflußt. Und in keiner Hinsicht gibt es eine Verwandtschaft zwischen den klassischen Inselbergmassiven Adamauas (s.d.) und U. Wäre ein Gebirge von den Höhenverhältnissen und dem Baumaterial U.s sehr alt, hätte es wechselnde Riesenperioden feuchten und trockenen Klimas durchgemacht, so müßte es in ganz anderer Weise zerschnitten sein. Schließlich weist die Entwässerung der Oberfläche von West-U. und Hande? ein ganz unausgeglichenes Nebeneinander zweier Systeme auf, dieselben Richtungen annähernd, die oben für die Umrisse genannt wurden. Als die uralte Flußrichtung auch des NO von Deutsch-Ostafrika ist die ungefähr westöstl. anzusehen. Sie hat am Ostrand der emporgehobenen und leicht gekippten Schollen machtvolle Antriebe empfangen (neben der ostwärts gerichteten kommt natürlich auch andere randliche Entwässerung vor; gut 1/5 West-U.s wird nach der tektonisch bedingten Semui- Talspalte hin entwässert); in westöstl. Richtung finden wir im Luengera- und Sigigebiet (s. diese) fast überall sehr steil eingeschnittene Täler, voll von Schnellen und Fällen. Immer wieder biegt diese Richtung unter ganz scharfen Winkeln in die annähernd nordsüdliche, auch südnördliche um, in der das Gefälle meist gering ist. Ob es sich im letzteren Falle hauptsächlich um tektonisch bedingte Täler handelt oder ob hier vielleicht die Entwässerungsrichtung einer älteren Lage der U.-Schollen vorliegt, kann noch nicht entschieden werden. Hier würde vielleicht genauere Untersuchung des Schume-Gaus (s.u.) im NW von West-U. fördern, des einzigen Stückes von U., das die Bezeichnung Hochebene einigermaßen verdient. Schume hat auf etwa 100 qkm eine sehr alte Oberfläche mit trägen, fast durchweg versumpften Bächen. Die jüngere Erosion ist erst am Rande tätig. Ähnliche Erscheinungen finden sich auf viel schmalerem Raum im westl. Ost-U. Zusammenfassend muß man sagen: Die Eigenart der Hydrographie U.s zeigt deutlich, daß diese Scholle junge und andersartige Schicksale als ihre Umgebung gehabt hat. - Die etwas ausführlichere Darstellung dieser Verhältnisse rechtfertigt sich dadurch, daß in den meisten anderen Teilen des Ostafrikanischen Randgebirges (s.d.) gleiche oder ähnliche Erscheinungen zu finden. sind. Sie soll besonders dagegen Verwahrung einlegen, daß dessen große Gebirgsmassive ganz oder teilweise als inselbergartige Formen und nicht als tektonische Gebilde angesehen werden. Daß nebenbei diejenigen sehr verschiedenartigen Umformungsvorgänge, die schließlich zur Bildung von Inselbergen führen, auch in diesen Teilen von Deutsch-Ostafrika auftreten, soll nicht geleugnet werden. Manche Gneisbergformen am Fuß von U. wird man in dem Sammelbegriff des Inselbergs unterbringen können. West-U. hat bei einer mittleren Höhe von 1300 m ü. d. M. in seiner NW - Hälfte nicht selten Erhebungen über 2000 m; die höchste liegt 10 km vom W-, 21 vom N- Rand West-U.s; es ist die Kuppe des Tschambogo mit 2304 m Mh. an der Nordgrenze von Schume. Aber auch die andere Hälfte erreicht im Kwegoroto noch 2032 m. Nur die Entwässerung dieser letzteren Hälfte vollzieht sich ostwärts zum Luengera- (s.d.) Graben, dessen Nordende von zwei nur zeitweise dem Luengera tributären Wasserläufen eingenommen wird. Auch abgesehen von der Anordnung einiger Flüsse (s.o.) und ihrer Täler finden sich tektonisch bedingte Formen im Innern West- U.s; der Kessel von Gare und die Mulde des obern Umba dürften durch O-W-Brüche entstanden sein. - Hundu, das durch die meridionale Bombo- (Nebenfluß des Umba, s.d.) Mlemwa(Nebenfluß des Luengera, s.d.) Linie von Handei getrennt ist, erreicht im Nilo mit 1507 m die höchste Stelle von Ost-U. Handeis mittlere Höhe (dessen Grundfläche gut 100 m niedrigerer als die von West-U.) beträgt etwa 750 m; da wo sich an den massigeren südl. Teil der lange schmale Rücken von Nord-Handei oder Kombola anschließt, liegt unmittelbar am Westrand die höchste Erhebung, der Kisingata mit 1264 m Mh. Handei wird, abgesehen vom Westhang selbst, nur vom Sigi entwässert . Der große Kihuhui - Sigi - Musi - Talzug (s. Sigi) trennt die drei Ostschollen ab. Die beiden Lücken zwischen den dreien sind ebenfalls tektonischen Ursprungs, bei der nördlichen hat die Erosion auch später nur geringe Arbeit geleistet. Mlinga erreicht im gleichnamigen scharfen und kahlen Rücken 1069 m, Ngonja im Mhindulo 1034 m, Mtai 1060 m Mh. - U. gehört in das Gebiet des Monsunklimas (s. Deutsch-Ostafrika 4), das, dank der sehr wechselnden Meereshöhe recht mannigfaltig ist. Im allgemeinen beginnt es schon unterhalb 1000 m fieberfrei zu werden. Die Temperaturen sind verhältnismäßig etwas zu kühl für die Meereshöhe. Die Abnahme für 100 m Anstieg beträgt 0,55 - 0,6° C (s. Deutsch-Ostafrika 4); das Jahresmittel der Temperatur von Tanga (s.d.) ist 25,4° in 28 m Mh.; die Mittelwerte der Temperatur von Amani (s.d. u. Tafel 3) in 916 und Kwei (s.d.) in 1640 m Mh., gibt die folgende Tabelle.

Die täglichen und jährlichen Schwankungen der Temperatur unterscheiden sich nicht viel von denen der Küste. Die Regenmengen U.s ändern sich oft auf sehr geringe Entfernung. Die S-, SO- und O- Ränder der Schollen und das zunächst angrenzende Land haben fast durchweg oberhalb 4 - 800 m sehr reichliche Niederschläge, und hier kommt überall die dritte Regenzeit (s. Deutsch-Ostafrika 4) vor. Etwa bei 1300 m scheint das Höchstmaß der Niederschläge erreicht. Weiterhin hängt die Menge auch von der Entfernung des Ortes vom regenreichen SO-Rand ab. Im NW von West - U. fehlt nicht nur die dritte Regenzeit, es wird auch die Pause zwischen den beiden andern undeutlich. Nachfolgend eine Auswahl aus den vielen Stellen, an denen der Regen in U. gemessen wird.

Hohenfriedeberg am Nordrand der wasserreichen Mulde des obern Umba (s.d.) ist örtlich begünstigt. Aus dem recht trockenen nö. West U. Schatus-Land) gibt es keine Messungen. Weitere Regenmengen unter Magila und Magrotto. U.s reiche Pflanzenwelt ist genauer bekannt, als die irgendeines andern Gebietes von Deutsch-Ostafrika, vielleicht vom Kilimandscharo abgesehen. Den Fuß des Gebirges bedecken meist von den Hängen herabgeschwemmte, ungemein fruchtbare Böden. Hier wächst meist ganz dichter Busch von großer Mannigfaltigkeit, der an den Regenseiten auch immergrüne Elemente enthält, die ihre eigentliche Heimat weiter oben haben. Wo Wasserläufe vom Gebirge kommen, begleitet sie schwerer Wald oft in breitem Streifen in die Ebene hinein. Umgekehrt dringt an den Luvseiten des Gebirges die Steppenvegetation in die Höhe vor. Im NW von West-U. reicht sie an einzelnen Stellen auf 1700 m hinauf, im NO ist in Schatus-Land eine Fläche von 400 qkm fast ganz mit Busch und Grassteppe bedeckt. Berühmt durch seinen Reichtum an Arten und die Pracht der Bäume und Blüten ist der Regenwald U.s, der in Ost-Handei bis auf 500 m Mh. hinabreicht. Die gewaltigsten Baumriesen wachsen in den Schluchten. 80 m Höhe erreichen hier die Leguminosen Piptadenia Buchanani und Albizzia fastigiata; andere Arten (s. Deutsch- Ostafrika 6) bleiben nicht viel zurück. Das Unterholz ist in den Schluchten sehr stark, weniger auf ebenerem Boden entwickelt; aber auch hier wird der Hochwald von einer unendlichen Fülle von Gewächsen aller Art umwoben (s. Tafel 39). Epiphytische Farne, wie das prächtige Asplenium Nidus und Drynaria, sind häufig, die rankende Cactee Rhipsalis sansibarica hängt von den Bäumen, Piper- und Ipomoea -Arten, Passifloren, Balsaminen sind häufig, das Usambaraveilchen Saintpaulia ionantha steht in feuchten Schlupfwinkeln. Der bis 10 m hohe Baumfarn Cyathea usambarensis tritt in kleinen Lichtungen bestandbildend auf. Die obere Grenze dieses Waldes wird in Handei nicht erreicht. Trotzdem tragen schon hier einzelne Kuppen eine überraschenderweise leicht xerophile Vegetation, die aus Gräsern und Kräutern besteht. Der felsige Untergrund, vielleicht auch der starke Wind bedingen sie. Vom Westhang Handeis reicht weite Grassteppe, hauptsächlich aus Andropogonarten zusammengesetzt, bis auf die Höhen des Gebirges, wo sie Hochweiden bildet. In West - U. beginnt der Regenwald nur selten unterhalb 900 m, besteht im wesentlichen aus denselben Elementen und reicht zu 1400 bis 1600 m Mh. hinauf. An seiner oberen Grenze finden sich häufig Hochgebirgsbusch, begraste Gipfelkuppen. Es ist nicht selten sekundäre, nach der Waldverwüstung durch den Menschen entstandene Vegetation, in der u.a. unser Adlerfarn (Pteris aquilina) Charakterpflanze ist. Von 1600 m ab beginnt der Höhenwald, der manchmal, so im NW, durch allmählichen Übergang mit dem Regenwald verbunden ist. Hierher gehören die höheren Teile des Schageiu- und der Schumewald. Am Rande flacher, schmaler Wiesentäler mit niedrigem Gras wachsen in 2000 m Mh. oft geschlossene Bestände der U.- Zeder, Juniperus procera (s. Tafel 208); zwei andere Nadelhölzer, Podocarpus milanjana und usambarensis, reichen viel tiefer hinab. Vereinzelte grasige Kuppen überragen auch hier den Wald. - U. ist Bananenland; daneben werden von den Eingeborenen Mais, Bohnen, Bataten, Maniok, Zuckerrohr, auch europäische Kartoffeln angebaut. - Die Tierwelt U.s ist nicht reich an größeren Vertretern, zumal auch die umgebenden Steppen abgesehen von der des Umba (s.d.), längst tierarm geworden sind. Meerkatzen, Colobus- und Hundsaffen sowie deren schlimmste Feinde, die Leoparden, sind nicht selten, auch kleinere Antilopen kommen vor, im Höhenwald des NW stehen noch Büffel. Kleinere Säuger sind reichlich vorhanden, die Vogel- und Kleintierwelt ist recht mannigfaltig. Das Rind U.s ist das Buckelrind. Die Eingeborenen West-U.s hatten Anfang 1913 24 000 Rinder und 68 000 Stück Kleinvieh, die Ost-U.s ganz wenig Rinder, aber sehr viele Ziegen. - In das Waldland haben die Eingeborenen, lange ehe die Europäer ins Land kamen, schon große Lücken gerissen. Zunächst vermied die Besiedlung den Regenwald. Wapare (s.d.) und Wambugu (s.d.) kamen überdies von NW her nach West- U. eingewandert. Letztere nehmen als ein Hirtenvolk das gute Weideland zwischen den Hochwäldern des NW und W und dem Steppenland des NO ein. Die Waschambaa (s.d.) kamen später als die Wapare und sind besser mit dem Wald fertig geworden. Sie drangen auch in ganz Ost-U. ein. Heute sind sie den andern Bevölkerungsteilen an Zahl um ein Mehrfaches überlegen, sitzen am dichtesten in WestU. in der Umba-Mulde (s.o.) und bei Bumbuli, am Südrand des zentralen Gebiets. Ihre Gesamtzahl darf in West-U. auf 55 000, in Ost - U. auf 16 000 geschätzt werden. Dazu kommen in ersterem Gebiet etwa 3000 Wapare, 2000 Wambugu, 500 Wakamba (s.d.), im zweiten noch 2000 Wataita (von Britisch-Ostafrika her eingewandert) und kleinere Stammessplitter. Zu diesen Eingeborenen kommt eine große, wenig sicher zu 2500 geschätzte Anzahl farbiger, landfremder Plantagenarbeiter (auch viele Eingeborene liegen dieser Tätigkeit ob). In den Regenwaldgebieten ganz U.s sind nämlich seit 1893 eine große Anzahl von Plantagen angelegt worden. Weite Waldflächen haben dem Kaffee (s.d.) weichen müssen, der leider die meisten Hoffnungen enttäuscht hat. Ein Hauptgrund dafür liegt in Preisstürzen auf dem Weltmarkt. Aber auch die örtlichen Gründe fallen ins Gewicht; die Pflanzungen sind vielfach falsch angelegt, die Kraft des Bodens ist sehr überschätzt worden. So sind in der, Folge viele Anlagen wieder aufgegeben worden. Doch liefern einige Plantagen, die die großen Schwierigkeiten überstanden haben, auch jetzt noch ein ausgezeichnetes Produkt. An Stelle des Kaffees ist in höheren Lagen die Gerberakazie (s.d.) getreten, deren Erfolge sich noch nicht beurteilen lassen. Ende der 90er Jahre begannen auch europäische Ansiedler in die höheren Teile von West-U. vorzudringen. Hier sitzen nächst dem Kilimandscharo und Meru die meisten Europäer; gegen 30 selbständige Betriebe beschäftigten sich 1913 mit Viehzucht und Landwirtschaft unter reichlicher Verwendung farbiger Arbeitskräfte. Getreide, Kartoffeln und Gemüse (für die Küstenbezirkel) wird angebaut, daneben aber auch Kaffee usw. Unter den 1400 Rindern sind etwa 600 Kreuzungen zwischen den einheimischen Buckelkühen und Bullen, die aus Europa eingeführt wurden. Schweinezucht ist in Blüte (s.a. Wilhelmstal). Die Gesamtzahl der Europäer in U. ist annähernd 500, dazu kommen noch etwa 200 Inder und Goanesen. Die Bevölkerungszahl von U. ist danach auf 77 200 zu schätzen, was nahezu die Volksdichte 27 ergibt. - Die Entwicklung, die U. in den letzten 1 1/2 Jahrzehnten nahm, wäre unmöglich gewesen ohne die U.- Eisenbahn (s. Eisenbahnen I a), die sich dem S- und W-Fuß des Gebirges eng anschmiegt. Eine Anzahl wichtiger Zufahrtswege gehen von ihr nach U. hinein: die Sigibahn (s.d.), die nach Handei fährt, die Drahtseilschwebebahn von Mkumbara (s. Seilbahnen) nach Neu - Hornow im Schumewald, eine init Automobilen befahrene Straße von Mombo nach Wilhelmstal, dazu ein großes Netz von Straßen, die für leichtes Fuhrwerk benutzbar oder mindestens gute Reitwege sind. So kann auch der Tourist heute fast mühelos die ungemein großartigen und lieblichen Landschaftsformen, die märchenhaft schönen Wälder U.s kennen lernen. West-U. gehört zum Bezirk Wilhelmstal (s.d.), Ost- U. zu Tanga (s.d.).

Literatur: O. Baumann, Usambara, Berl. 1891. - H. Böhler, Denkschrift zur Karte von Ost - Usambara (1 : 50 000), Mitt. a. d. d. Schutzgeb. XIV, 1901. - A. Engler, Über die Vegetationeformen Ostafrikas auf Grund einer Reise durch Usambara zum Kilimandscharo, ZGErdk. Berl. 1903. - C. Uhlig, Regenmessungen aus Usambara, Ber. Über Land- u. Forstwirtsch. in Deutsch-Ostafrika, hgg. vom Gouv. I, Heidelbg. 1903. - W. Koert, Geolog. - agronom. Untersuchg. der Umg. von Amani in Ost- Usambara, ebenda II, 1904. - H. Wettich, Die Entwicklung Usambaras unter dem Einfluß der ostafr. Nordbahn und . . . der Drahtseilbahn Mkumbara - Neu - Hornow, Verhandl. des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes 1911. - C. Hanisch usw., Ostafrikanische Landwirtschaft, Arbeiten d. D. Landw. -Ges. 230, 1912. - J. Brunntaler, Vegetationsbi der aus Deutsch-Ostafrika: Regenwald von Usambara, Veg. -Bilder, hgg. von Karsten & Schenck, XI, 1913. - (Karte von) Usambara und Küstengebiet (1: 100 000), hgg. vom Gouv. von Deutsch - Ostafrika, Berl. 1911/13, mit Begleitberichten in der Zeitschr. f. Vermessungswesen 1911/13.

Uhlig.