| Usambara, Gebirgslandschaft in Deutsch-Ostafrika, der Küste
am nächsten liegender Teil des Ostafrikanischen
Randgebirges (s.d.). Nur 35 km in Luftlinie von Tanga
(s.d.) beginnt der erste Stellanstieg, der des Mlinga
(s.u.). U. ist ein Gneishorst von ziemlich einheitlichem Bauplan, aber
recht verwickeltem Grundriß. Letzterem zufolge unterscheidet man Westund
Ost-U., getrennt durch den Luengera
(s.d.)
Graben, der ganz im N seine Funktion an die ö. benachbarte tektonische
Bombosenke (s.u.) abgibt. Während das 1780 qkm große West - U. ein
geschlossener
Gebirgsklotz ist, begreift Ost-U. fünf, einander eng benachbarte
Schollen:
Handel (s.d.), die größte (ziemlich genau 500 qkm)
ist von S nach N keilförmig verschmälert; ihr ist im NW vorgelagert und
eng verbunden Hundu. Mlinga, Ngonja und Mtai, das
nach den neueren Aufnahmen nur sehr lose mit Handei zusammenhängt,
erheben
sich, von S nach N angeordnet, wie ostwärts vorgeschobene Forts. Jede
der 4 kleinen Schollen ist 70 - 90 qkm groß, insgesamt bedeckt Ost-U.,
wenn man noch ein paar kleinere vorgelagerte Berge und das tief
zerschluchtete
Land zwischen den 5 Schollen einrechnet, 1120 qkm. (Die Bezeichnung Ost-
U.
wird häufig nur als Sammelname für Handei, Hundu und Mtai gebraucht, mit
Handel oft nur dessen breite Südhälfte bezeichnet.) U. ist aus Gneis
sehr
verschiedener Arten aufgebaut, neben dem andere kristalline Gesteine
ganz
zurücktreten, so Granit und Pegmatit, die in Gängen vorkommen. Der Gneis ist
stets deutlich geschichtet, zeigt im Durchschnitt meridionales Streichen
und wenig steiles (im Mittel etwa 25°) östl. Einfallen. Starke
Abweichungen
kommen vor, scheinen aber nur lokale Bedeutung zu haben. Sehr große,
aber
unreine Granaten und kleine Graphitmengen finden sich
gelegentlich
im Gneis, große Muskovitkristalle treten in Pegmatitgängen W-U.s auf;
dort wird der Glimmer auch abgebaut. -
U. ist rings von gewaltigen Steilhängen begrenzt. Entsprechend dem
Schichtenbau
sind die Westwände die höchsten und schroffsten. Die Westmauer W-U.s ist
von überwältigender Großartigkeit. Bis zu 1800 m steigt die relative
Höhe,
mehr als zur Hälfte besteht sie aus nacktem, manchmal überhängendem
Fels.
Die deutlich vorherrschenden Richtungen in diesen scharfen Umrissen U.s
sind SSW - NNO und OSO - WNW bis SO - NW. Es sind durchweg sehr junge
Brüche (s. Deutsch-Ostafrika 2), die diese steilen Formen geschaffen
haben.
Ein stratigraphischer Beweis des Vorgangs. wird sich wahrscheinlich nie
erbringen lassen. Der Gneis, aus dem auch
das Land am Gebirgsfuß besteht, ist allzu gleichartig beschaffen.
Verwerfungsrutschflächen
dagegen wurden mehrfach am Rande, auch, innerhalb U.s beobachtet. Viel
wichtiger ist es, was morphologische Erwägungen zeigen: so einheitliche,
so unbedeutend zertalte, oft auf weite Strecken so wenig von der graden
Richtung abweichende. Steilhänge müssen junge Bruchstufen sein. Das
Flußnetz
ist im höchsten Maße von diesen Formen abhängig, hat sie umgekehrt
bisher
nur verhältnismäßig wenig beeinflußt. Und in keiner Hinsicht gibt es
eine
Verwandtschaft zwischen den klassischen
Inselbergmassiven
Adamauas (s.d.) und U. Wäre ein Gebirge von den Höhenverhältnissen und
dem Baumaterial U.s sehr alt, hätte es wechselnde Riesenperioden
feuchten
und trockenen Klimas durchgemacht, so müßte es in ganz anderer Weise
zerschnitten
sein. Schließlich weist die Entwässerung der Oberfläche von West-U. und
Hande? ein ganz unausgeglichenes Nebeneinander zweier Systeme auf,
dieselben
Richtungen annähernd, die oben für die Umrisse genannt wurden. Als die
uralte Flußrichtung auch des NO von Deutsch-Ostafrika ist die ungefähr
westöstl. anzusehen. Sie hat am Ostrand der emporgehobenen und leicht
gekippten Schollen machtvolle Antriebe empfangen (neben der ostwärts
gerichteten
kommt natürlich auch andere randliche Entwässerung vor; gut 1/5 West-U.s
wird nach der tektonisch bedingten Semui- Talspalte hin entwässert); in westöstl.
Richtung
finden wir im Luengera- und Sigigebiet (s. diese) fast überall sehr
steil
eingeschnittene Täler, voll von Schnellen und Fällen. Immer wieder biegt
diese Richtung unter ganz scharfen Winkeln in die annähernd
nordsüdliche,
auch südnördliche um, in der das Gefälle meist gering ist. Ob es sich
im letzteren Falle hauptsächlich um tektonisch bedingte Täler handelt
oder ob hier vielleicht die Entwässerungsrichtung einer älteren Lage der
U.-Schollen vorliegt, kann noch nicht entschieden werden. Hier würde
vielleicht
genauere Untersuchung des Schume-Gaus (s.u.) im NW von West-U. fördern,
des einzigen Stückes von U., das die Bezeichnung Hochebene einigermaßen
verdient. Schume hat auf etwa 100 qkm eine sehr alte Oberfläche mit
trägen,
fast durchweg versumpften Bächen. Die jüngere Erosion ist erst am Rande
tätig. Ähnliche Erscheinungen finden sich auf viel schmalerem Raum im
westl. Ost-U. Zusammenfassend muß man sagen: Die Eigenart der
Hydrographie
U.s zeigt deutlich, daß diese Scholle junge und andersartige Schicksale
als ihre Umgebung gehabt hat. - Die etwas ausführlichere Darstellung
dieser
Verhältnisse rechtfertigt sich dadurch, daß in den meisten anderen
Teilen
des Ostafrikanischen Randgebirges (s.d.) gleiche oder ähnliche
Erscheinungen
zu finden. sind. Sie soll besonders dagegen Verwahrung einlegen, daß
dessen
große Gebirgsmassive ganz oder teilweise als inselbergartige Formen und
nicht als tektonische Gebilde angesehen werden. Daß nebenbei diejenigen
sehr verschiedenartigen Umformungsvorgänge, die schließlich zur Bildung
von Inselbergen führen, auch in diesen Teilen von Deutsch-Ostafrika
auftreten,
soll nicht geleugnet werden. Manche Gneisbergformen am Fuß von U. wird
man in dem Sammelbegriff des Inselbergs unterbringen können. West-U. hat
bei einer mittleren Höhe von 1300 m ü. d. M. in seiner NW - Hälfte nicht
selten Erhebungen über 2000 m; die höchste liegt 10 km vom W-, 21 vom
N- Rand West-U.s; es ist die Kuppe des Tschambogo mit 2304 m Mh. an der Nordgrenze von
Schume. Aber auch die andere Hälfte erreicht im Kwegoroto noch 2032 m. Nur die Entwässerung
dieser
letzteren Hälfte vollzieht sich ostwärts zum Luengera- (s.d.) Graben,
dessen Nordende von zwei nur zeitweise dem Luengera tributären
Wasserläufen
eingenommen wird. Auch abgesehen von der Anordnung einiger Flüsse (s.o.)
und ihrer Täler finden sich tektonisch bedingte Formen im Innern West-
U.s;
der Kessel von Gare und die Mulde des obern
Umba dürften durch O-W-Brüche entstanden sein. -
Hundu,
das durch die meridionale Bombo- (Nebenfluß des Umba, s.d.) Mlemwa(Nebenfluß des Luengera, s.d.) Linie von
Handei
getrennt ist, erreicht im Nilo mit 1507 m
die höchste Stelle von Ost-U. Handeis mittlere Höhe (dessen Grundfläche
gut 100 m niedrigerer als die von West-U.) beträgt etwa 750 m; da wo
sich
an den massigeren südl. Teil der lange schmale Rücken von Nord-Handei
oder Kombola anschließt, liegt unmittelbar am Westrand
die höchste Erhebung, der Kisingata
mit 1264 m Mh. Handei wird, abgesehen vom Westhang selbst, nur vom Sigi
entwässert . Der große Kihuhui - Sigi - Musi - Talzug (s. Sigi)
trennt die drei Ostschollen ab. Die beiden Lücken zwischen den dreien
sind ebenfalls tektonischen Ursprungs, bei der nördlichen hat die
Erosion
auch später nur geringe Arbeit geleistet. Mlinga
erreicht im gleichnamigen scharfen und kahlen Rücken 1069 m, Ngonja im
Mhindulo 1034 m, Mtai 1060 m Mh. - U. gehört in
das Gebiet des Monsunklimas (s. Deutsch-Ostafrika 4), das, dank der sehr
wechselnden Meereshöhe recht mannigfaltig ist. Im allgemeinen beginnt
es schon unterhalb 1000 m fieberfrei zu werden. Die Temperaturen sind
verhältnismäßig etwas zu kühl für die Meereshöhe. Die Abnahme für 100
m Anstieg beträgt 0,55 - 0,6° C (s. Deutsch-Ostafrika 4); das
Jahresmittel
der Temperatur von Tanga (s.d.) ist 25,4° in 28 m Mh.; die Mittelwerte
der Temperatur von Amani (s.d. u. Tafel 3) in 916 und Kwei
(s.d.) in 1640 m Mh., gibt die folgende Tabelle.

Die täglichen und jährlichen Schwankungen der Temperatur unterscheiden
sich nicht viel von denen der Küste. Die Regenmengen U.s ändern sich oft
auf sehr geringe Entfernung. Die S-, SO- und O- Ränder der Schollen und
das zunächst angrenzende Land haben fast durchweg oberhalb 4 - 800 m
sehr
reichliche Niederschläge, und hier kommt überall die
dritte Regenzeit (s. Deutsch-Ostafrika 4) vor. Etwa bei 1300 m scheint
das Höchstmaß der Niederschläge erreicht. Weiterhin hängt die Menge auch
von der Entfernung des Ortes vom regenreichen SO-Rand ab. Im NW von West
- U. fehlt nicht nur die dritte Regenzeit, es wird auch die Pause
zwischen
den beiden andern undeutlich. Nachfolgend eine Auswahl aus den vielen
Stellen, an denen der Regen in U. gemessen wird.

Hohenfriedeberg am Nordrand der
wasserreichen Mulde des obern Umba (s.d.) ist örtlich begünstigt. Aus
dem recht trockenen nö. West U. Schatus-Land) gibt es keine Messungen.
Weitere Regenmengen unter Magila und Magrotto. U.s reiche Pflanzenwelt ist genauer
bekannt,
als die irgendeines andern Gebietes von Deutsch-Ostafrika, vielleicht
vom Kilimandscharo abgesehen. Den Fuß des
Gebirges
bedecken meist von den Hängen herabgeschwemmte, ungemein fruchtbare
Böden.
Hier wächst meist ganz dichter Busch von großer Mannigfaltigkeit, der
an den Regenseiten auch immergrüne Elemente enthält, die ihre
eigentliche
Heimat weiter oben haben. Wo Wasserläufe vom Gebirge kommen, begleitet
sie schwerer Wald oft in breitem Streifen in die Ebene hinein. Umgekehrt
dringt an den Luvseiten des Gebirges die Steppenvegetation in die Höhe
vor. Im NW von West-U. reicht sie an einzelnen Stellen auf 1700 m
hinauf,
im NO ist in Schatus-Land eine Fläche von 400 qkm fast ganz mit Busch
und Grassteppe bedeckt. Berühmt durch seinen
Reichtum
an Arten und die Pracht der Bäume und Blüten ist der Regenwald U.s, der
in Ost-Handei bis auf 500 m Mh. hinabreicht. Die gewaltigsten Baumriesen
wachsen in den Schluchten. 80 m Höhe erreichen hier die Leguminosen
Piptadenia
Buchanani und Albizzia fastigiata; andere Arten (s. Deutsch-
Ostafrika
6) bleiben nicht viel zurück. Das Unterholz ist in den Schluchten sehr
stark, weniger auf ebenerem Boden entwickelt; aber auch hier wird der
Hochwald von einer unendlichen Fülle von Gewächsen aller Art umwoben (s.
Tafel 39).
Epiphytische Farne, wie das prächtige Asplenium Nidus und
Drynaria,
sind häufig, die rankende Cactee Rhipsalis sansibarica hängt von den
Bäumen,
Piper- und Ipomoea -Arten, Passifloren, Balsaminen sind häufig, das
Usambaraveilchen
Saintpaulia ionantha steht in feuchten Schlupfwinkeln. Der bis 10 m hohe
Baumfarn Cyathea usambarensis tritt in kleinen Lichtungen bestandbildend
auf. Die obere Grenze dieses Waldes wird in Handei nicht erreicht.
Trotzdem
tragen schon hier einzelne Kuppen eine überraschenderweise leicht
xerophile
Vegetation, die aus Gräsern und Kräutern besteht. Der felsige
Untergrund,
vielleicht auch der starke Wind bedingen sie. Vom Westhang Handeis
reicht
weite Grassteppe, hauptsächlich aus Andropogonarten zusammengesetzt, bis
auf die Höhen des Gebirges, wo sie Hochweiden bildet. In West - U.
beginnt
der Regenwald nur selten unterhalb 900 m, besteht im wesentlichen aus
denselben Elementen und reicht zu 1400 bis 1600 m Mh. hinauf. An seiner
oberen Grenze finden sich häufig Hochgebirgsbusch, begraste
Gipfelkuppen.
Es ist nicht selten sekundäre, nach der Waldverwüstung durch den
Menschen
entstandene Vegetation, in der u.a. unser Adlerfarn (Pteris aquilina) Charakterpflanze ist.
Von 1600 m ab beginnt der Höhenwald,
der manchmal, so im NW, durch allmählichen Übergang mit dem Regenwald
verbunden ist. Hierher gehören die höheren Teile des Schageiu- und der
Schumewald. Am Rande flacher, schmaler Wiesentäler mit niedrigem Gras
wachsen in 2000 m Mh. oft geschlossene Bestände der U.- Zeder,
Juniperus procera (s. Tafel 208); zwei andere Nadelhölzer, Podocarpus milanjana und usambarensis, reichen
viel tiefer hinab. Vereinzelte grasige Kuppen überragen auch hier den
Wald. - U. ist Bananenland; daneben werden von den Eingeborenen Mais, Bohnen, Bataten, Maniok, Zuckerrohr, auch europäische Kartoffeln angebaut. - Die Tierwelt U.s ist
nicht
reich an größeren Vertretern, zumal auch die umgebenden Steppen
abgesehen
von der des Umba (s.d.), längst tierarm geworden sind. Meerkatzen, Colobus- und Hundsaffen sowie deren schlimmste Feinde, die
Leoparden, sind nicht selten, auch kleinere Antilopen kommen vor, im Höhenwald des NW stehen
noch Büffel. Kleinere Säuger sind
reichlich
vorhanden, die Vogel- und Kleintierwelt ist recht mannigfaltig. Das Rind
U.s ist das Buckelrind. Die Eingeborenen West-U.s hatten Anfang 1913 24
000 Rinder und 68 000 Stück Kleinvieh, die Ost-U.s ganz wenig Rinder, aber
sehr viele Ziegen. - In das Waldland haben die Eingeborenen, lange ehe
die Europäer ins Land kamen, schon große Lücken gerissen. Zunächst
vermied
die Besiedlung den Regenwald. Wapare
(s.d.)
und Wambugu (s.d.) kamen überdies von NW her nach West-
U.
eingewandert. Letztere nehmen als ein Hirtenvolk das gute Weideland
zwischen
den Hochwäldern des NW und W und dem Steppenland des NO ein. Die Waschambaa (s.d.) kamen später als die Wapare
und sind besser mit dem Wald fertig geworden. Sie drangen auch in ganz
Ost-U. ein. Heute sind sie den andern Bevölkerungsteilen an Zahl um ein
Mehrfaches überlegen, sitzen am dichtesten in WestU. in der Umba-Mulde
(s.o.) und bei Bumbuli, am Südrand des zentralen Gebiets. Ihre
Gesamtzahl
darf in West-U. auf 55 000, in Ost - U. auf 16 000 geschätzt werden.
Dazu
kommen in ersterem Gebiet etwa 3000 Wapare, 2000 Wambugu, 500 Wakamba (s.d.), im zweiten noch 2000 Wataita (von Britisch-Ostafrika her eingewandert)
und kleinere Stammessplitter. Zu diesen Eingeborenen kommt eine große,
wenig sicher zu 2500 geschätzte Anzahl farbiger, landfremder Plantagenarbeiter (auch viele Eingeborene liegen dieser Tätigkeit ob). In den
Regenwaldgebieten ganz U.s sind nämlich seit 1893 eine große Anzahl von
Plantagen angelegt worden. Weite Waldflächen haben dem Kaffee
(s.d.) weichen müssen, der leider die meisten Hoffnungen enttäuscht hat.
Ein Hauptgrund dafür liegt in Preisstürzen auf dem Weltmarkt. Aber auch
die örtlichen Gründe fallen ins Gewicht; die Pflanzungen sind vielfach falsch angelegt, die
Kraft des Bodens ist sehr überschätzt worden. So sind in der, Folge
viele
Anlagen wieder aufgegeben worden. Doch liefern einige Plantagen, die die großen Schwierigkeiten
überstanden
haben, auch jetzt noch ein ausgezeichnetes Produkt. An Stelle des
Kaffees
ist in höheren Lagen die Gerberakazie (s.d.) getreten, deren Erfolge
sich
noch nicht beurteilen lassen. Ende der 90er Jahre begannen auch
europäische
Ansiedler in die höheren Teile von West-U. vorzudringen. Hier sitzen
nächst
dem Kilimandscharo und Meru die meisten Europäer; gegen 30 selbständige
Betriebe
beschäftigten sich 1913 mit Viehzucht
und Landwirtschaft unter
reichlicher
Verwendung farbiger Arbeitskräfte. Getreide, Kartoffeln und Gemüse (für
die Küstenbezirkel) wird angebaut, daneben aber auch Kaffee usw. Unter
den 1400 Rindern sind etwa 600 Kreuzungen zwischen den einheimischen
Buckelkühen
und Bullen, die aus Europa eingeführt wurden. Schweinezucht ist in Blüte (s.a. Wilhelmstal). Die Gesamtzahl der Europäer in
U. ist annähernd 500, dazu kommen noch etwa 200 Inder
und Goanesen. Die Bevölkerungszahl von
U. ist danach auf 77 200 zu schätzen, was nahezu die Volksdichte 27
ergibt.
- Die Entwicklung, die U. in den letzten 1 1/2 Jahrzehnten nahm, wäre
unmöglich gewesen ohne die U.- Eisenbahn (s. Eisenbahnen I a), die sich dem S- und W-Fuß des
Gebirges eng anschmiegt. Eine Anzahl wichtiger Zufahrtswege gehen von
ihr nach U. hinein: die Sigibahn
(s.d.),
die nach Handei fährt, die Drahtseilschwebebahn von Mkumbara (s. Seilbahnen) nach Neu - Hornow im Schumewald,
eine
init Automobilen befahrene Straße von Mombo
nach Wilhelmstal, dazu ein großes Netz von Straßen, die für leichtes
Fuhrwerk
benutzbar oder mindestens gute Reitwege sind. So kann auch der Tourist
heute fast mühelos die ungemein großartigen und lieblichen
Landschaftsformen,
die märchenhaft schönen Wälder U.s kennen lernen. West-U. gehört zum
Bezirk
Wilhelmstal (s.d.), Ost- U. zu Tanga
(s.d.).
Literatur: O. Baumann, Usambara, Berl. 1891. - H. Böhler,
Denkschrift zur
Karte von Ost - Usambara (1 : 50 000), Mitt. a. d. d. Schutzgeb. XIV, 1901. - A.
Engler, Über die Vegetationeformen Ostafrikas auf
Grund einer Reise durch Usambara zum Kilimandscharo, ZGErdk. Berl. 1903. - C.
Uhlig, Regenmessungen aus Usambara, Ber. Über Land-
u. Forstwirtsch. in Deutsch-Ostafrika, hgg. vom Gouv. I, Heidelbg. 1903. - W.
Koert, Geolog. - agronom. Untersuchg. der Umg. von
Amani in Ost- Usambara, ebenda II, 1904. - H.
Wettich, Die Entwicklung Usambaras unter dem Einfluß der ostafr. Nordbahn und .
. . der Drahtseilbahn Mkumbara -
Neu - Hornow, Verhandl. des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes 1911. -
C. Hanisch usw., Ostafrikanische Landwirtschaft, Arbeiten d. D. Landw. -Ges.
230, 1912. - J. Brunntaler, Vegetationsbi der aus Deutsch-Ostafrika: Regenwald
von Usambara, Veg. -Bilder, hgg. von
Karsten & Schenck, XI, 1913. - (Karte von) Usambara und Küstengebiet (1: 100
000), hgg. vom Gouv. von Deutsch - Ostafrika, Berl. 1911/13, mit
Begleitberichten in der Zeitschr. f. Vermessungswesen 1911/13.
Uhlig.
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