Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 592 f.

Usaramo, Landschaft Deutsch-Ostafrikas, bildet das Hinterland der Stadt Daressalam (s.d.). Deren ganzer Amtsbezirk gehört, abgesehen vom Küstenstreifen (s. Mrima) und dem östlichen Ukami (s.d.), zu U. U. ist ein Hügelland, das in seinen höheren 450 m ü. d. M. erreichenden Teilen ziemlich stark zerschnitten ist. Der Untergrund besteht nach den Beobachtungen beim Bau der Zentralbahn aus Sandstein, der der Kreide anzugehören scheint, ist aber überall von mächtigen Deckschichten der Pluvialzeit (s. Deutsch- Ostafrika 2 u. 4) verhüllt. Die eine Hälfte U.s wird zum Kingani (s.d.), die andere zu kleinen Küstenflüssen hin entwässert. Die Regenmengen sind an der schnell ansteigenden Leeseite U.s reichlicher als an der Küste (s. Tabelle Daressalam unter Deutsch-Ostafrika 4). Hier hat Kisserawe in den Pugubergen (s.d.) 330 m ü. d. M. 1174 mm (zehnjähr. Mittel). Ruvutal, da wo die Zentralbahn den Kingani quert, hat 1038 mm (fünfjähr. Mittel) und Maneromango in 350 m, erheblich weiter entfernt vom Meer, hat 875 mm (vierjähr. Mittel). Die Vegetation U.s ist Baumund Buschsteppe aller Art. An den Hängen zur Küste hin finden sich viele immergrüne Bäume, so daß die Formation als halbhygrophil bezeichnet worden ist. Auch Trockenwald kommt vor. Sorghumhirse, Maniok, Bohnen, Bataten, Reis, Mais und Bananen (s.d.) werden hauptsächlich angebaut. U. ist recht arm an Wild, denn es ist verhältnismäßig dicht bevölkert. Im N sitzen die Wasaramo (s.d.), im S die ihnen nahe verwandten Wandengereko; unter ersteren befindet, sich ein kleiner Rest von Wakamba (s.d.). Die Schätzungen der Zahl dieser Stämme sind noch sehr unsicher, sie dürfte 3/4 der Einwohnerzahl des Bezirks Daressalam (s.d.) betragen. Überhaupt ist U. für seine Lage in der Nähe der Hauptstadt noch sehr wenig bekannt. Kissangire, 250 m ü. d. M. im SW des Bezirks ist Nebenstelle der Verwaltung.

Uhlig.