Ussukuma, Landschaft des zentralen Hochlands von Deutsch-
Ostafrika,
die bis an das O - Ufer des Victoriasees (s.d.) reicht, ist ein Teil von
Groß - Unjamwesi (s. Unjamwesi). Der Manjonga (s. Wembäre) bildet die Südgrenze, im W reicht U. zum
Muansaoll samt Smith-Sund und der von SSW in ihn mündenden Rinne. Im N ist
der Spekegolf und das r. Ufer des in ihn mündenden Mbalageti die Grenze, im O ist sie wenig sicher
bestimmt, liegt etwa unter 34 1/2 ° ö. L. Die lachwellige Ebene U.s
besteht
aus Granit. Daneben kommen auch andere
kristalline
Gesteine vor, so der Goldquarz führende Diabas
von Ngasamo (s.d.). Auch in der
Unterlandschaft
Meatu, ganz im SO von U., wurde neuerdings
Gold gefunden. Charakteristisch für U. sind die
zerstreuten,
nicht sehr hohen Granithügel, gekrönt von. riesigen Blöcken. Nach SO
erhebt
sich U. auf 1300 m mittlere. Mh. Von 1700 m herab, vom Rand der Serengeti
kommt der Simiju, der nur in seinem
Unterlauf
dauernd Wasser führt und von S in den Spekegolf mündet. - U. hat äquatoriales Klima (s. Deutsch-Ostafrika 6) mit sehr scharfer,
großer
Trockenzeit und meist deutlicher Regenpause. Pambani in der Unterlandschaft Nera hat 613 mm Regen (sechsjähr. Mittel), gegen den See hin werden
die Niederschläge erheblich größer
(s. Muansa und Nassa,
dies unter Victoriasee). Buschsteppe,
seltener Baumsteppe sind nur in den
weniger
dicht bewohnten Teilen von U. zu finden. Kulturland und Grassteppe herrschen vor. Auffallende
Charakterpflanzen
sind der Baobab (s. Affenbrotbaum u. Tafel 37) und die zu den
Dorfhecken
verwandten Kandelabereuphorbien. Wild ist in der
dicht besiedelten W - Hälfte zwischen Smith - Sund und Ssimiju selten. Die
Zahl der Wassukuma (s.d.) in U. wird auf
über 450 000 geschätzt, was für ganz U. bei einer Größe von rund 29 000
qkm die Volksdichte 15 1/2 ergibt. Der Westen dürfte durchschnittlich die
Dichte 30 haben. Nera (s.o. und u.) hat auf
1960 qkm etwa 77 000 Menschen, also die Dichte 39. U. besteht aus einer
Menge von Unterlandschaften und Gauen. Unter ihnen sind sehr reich an GroßviehUsmao,
Nera, Magala, Ntussu. Der gesamte Bestand von U. an Großvieh
dürfte
etwa 3/4 Millionen, der an Kleinvieh
etwas
mehr betragen (s. Muansa). In U. ist nicht nur die Viehzucht, sondern auch der Ackerbau auf hoher Stufe. Außer für den
Eigenbedarf
gebauter Hirse (Sorghum, Pennisetum, weniger
Eleusine), Maniok, Bataten, wenig Mais,
werden von den Eingeborenen Baumwolle,
daneben Ölfrüchte (Erdnuß und Sesam)
sehr erfolgreich für den Verkauf gezogen (s. Muansa). In keiner andern
Landschaft
von Deutsch-Ostafrika würde sich
eine
Eisenbahn so schnell bezahlt machen wie hier. Süd -U. gehört zum Bezirk
Tabora (s.d.).
Literatur: s. Uniamwesi und Victoriasee. Th. Gunzert, Das westl.
Usukuma
zwischen Muansa - Golf und Ssimiju - Fluß (mit Karte), KolBl. 1911.