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Vegetation. 1. Allgemeines. 2. Deutsch-Ostafrika. 3. Togo. 4. Kamerun. 5.
Deutsch-Südwestafrika. 6.
Schutzgebiete der Südsee.
1. Allgemeines. Die Darstellung der V. eines Landes soll sich nicht darauf
beschränken, die Pflanzenarten aufzuführen, die in ihm vorkommen, sondern soll
auch deren Häufigkeit oder Seltenheit ins Auge fassen, ihren Zusammenschluß zu
Genossenschaften (Formationen), ihre
Verteilung nach Höhenlagen (Regionen), bevorzugten und gemiedenen Standorten,
ihr Verhältnis zu der Flora von Nachbargebieten usw. Ihren vollendetsten und
dabei gedrängtesten Ausdruck findet die Darstellung in dem Entwurf von
Vegetationskarten. Solche müssen aber, um ein umfassendes Bild zu geben, nach
den mannigfaltigsten Gesichtspunkten hergestellt werden. Man kann aus der Fülle
der Pflanzenformen besonders ihre charakteristischen herausgreifen und durch
Linienführung auf einer als Unterlage gewählten geographischen Karte die Grenzen
ihrer Verbreitung festlegen. Man kann auch von den Einzelpflanzen absehen und
nur die Formationen berücksichtigen, indem man durch Farbentönung, durch
verschiedene Schraffierung und dgl. die Wälder, die Steppen, die
Sumpflandschaften, die alpinen Matten usw. in
ihrer Lagerung über die Fläche darstellt. Noch manche andere Gesichtspunkte
lassen sich ausdenken und haben für botanisch genauer durchforschte Gebiete auch
in entsprechenden Karten ihren Ausdruck gefunden.
Für die deutschen Kolonien hat Engler (s.d.) den
zweiten oben erwähnten Gesichtspunkt erwählt und in seinem Werk: Die
Pflanzenwelt Afrikas zur Darstellung gebracht. Die folgenden Ausführungen
gründen sich auf diese.
2. Deutsch-Ostafrika. Den
größten Raum nehmen Steppen ein, die aber bald
als Miombowald, als Baumsteppen, als
Parklandschaften, bald als offene Grasländer oder Buschgehölze
entwickelt
sind. Echte tropische Regenwälder treffen wir nur in den Ulugurubergen,
in Usambara, am Kilimandscharo und Meru, Nebelund Höhenwälder reichlicher auf den
Steilrändern
des ostafrikanischen Grabens, am Gurue - Vulkan, auf
den Kuppen der Gebirge Usagaras, Uhehes, Ruandas und der sich an das
Nordost-
und Nordufer des Njassa lagernden
Landschaften.
Hochweide, Hochgebirgssteppe und Hochgebirgsbusch in größerer Ausdehnung
kennzeichnet das Winterhochland
und die südlich daran grenzenden Bezirke,
ferner Uhehe, Usagua, das Kondeland und Livingstone-Gebirge,
vor allem aber Ruanda, Urundi und die Hochländer östlich vom Tanganjika. Strichweise Mangroven an der Küste, vereinzelte Salzsteppen in der Wembäre -Niederung und in Ugogo, Uferwälder in den Alluvionen der Flüsse vervollständigen das Bild.
3. Togo. Die ganze Kolonie kann man als Baumund Buschsteppe
bezeichnen, die namentlich binnenwärts der schmalen Mangrovenzone, aber auch
sonst auf Flächen größeren und kleineren Umfangs den Charakter einer Parklandschaft annimmt. Galerieund ärmlicher
immergrüner Regenwald, dieser besonders in den
Gebirgen, sind nur lokal eingestreut, alpine Formationen fehlen ganz,
Sumpfgebiete sind selten von größerer Ausdehnung.
4. Kamerun. Den Süden längs des ganzen
Verlaufes
der Grenze, einschließlich des von Frankreich erworbenen Zuwachses,
bedeckt
tropischer Regenwald, ebenso ein breites Band landeinwärts der Küste,
häufig im unmittelbaren Anschluß an die Mangrove, die an den Mündungen
aller Flüsse besonders umfangreich auftritt. Im Gegensatz zu diesem
Waldland
bezeichnet man gewöhnlich das ganze übrige Kamerun als Grasland.
Richtiger zu sagen wäre Steppenland., denn weites offenes Grasland
herrscht
nur streckenweise vor, trockene Buschgehölze, Parklandschaften, Busch-
und Baumgrassteppen mit meist laubwerfenden Holzgewächsen, im äußersten
Norden Dornbusch, sind die Regel. Nebel- und Höhenwald kommt nur vereinzelt in Gebirgen vor,
-Hochweiden umfassen größere Flächen in den Manenguba-, Bambuttu-,
Bansso-
und Genderobergen, auch in Ngaundere.
Galeriewälder sind weit verbreitet.
Gewaltige
Sumpfgebiete, über deren botanische Zusammensetzung wir aber noch wenig
wissen, sind der Neuerwerbung eigen, die der Marokkovertrag brachte.
5. Deutsch-Südwestafrika
fällt ganz
unter den Begriff Steppenland, wenn man nicht etwa dem äußersten Norden als
Trockenwald eine besondere Stellung zuweisen will; Mangroven fehlen. Sand- und
Steinwüsten mit zerstreuten Gräsern, Sukkulenten und wenigen Sträuchern nehmen
fast den ganzen Küstengürtel ein; im Innern wechseln grasreichere und grasärmere
Steppen bald mit, bald ohne Durchsetzung von Halbsträuchern, Sträuchern,
Dornbusch und Bäumen miteinander ab. Das temporäre Weideland der Hochflächen
birgt nach den Regen eine verhältnismäßig reiche
Grasflur, in die Standen, Sträucher und Halbsträucher eingestreut sind. Eine
größere Salzwüste ist die Etosapfanne,
Ufergehölze mit breitblättrigem Laub werden besonders an den Wasserläufen
zwischen dem 18. und 20. Längengrad entwickelt. Einzelheiten über die V. der
afrikanischen Kolonien sind dem oben erwähnten,
mit zahllosen Abbildungen versehenen Werk Englers zu entnehmen. Es enthält auch
die gesamte Literatur bis auf die neueste Zeit, nur die Arbeit Ledermanns: Eine
botanische Wanderung nach Deutsch-Adamaua
(Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1. Heft 1912) wäre noch hinzuzufügen.
6. Schutzgebiete der Südsee. Die V. der
Schutzgebiete in der Südsee kennen wir im
großen und ganzen bisher nur nach ihrer floristischen Seite, siehe darum unter
Flora. Volkens.
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