Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 603

Verdunstung oder Verdampfung ist der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. Von besonderer Bedeutung ist die V. des Wassers auf der Erdoberfläche. Der bei weitem größte Teil des Wassergehalts der Luft rührt von der V. über den Ozeanen und Meeren her, nachgeordnete Ursprungsstätten sind Seen-, Flüsse, feuchter Erdboden und namentlich die Vegetationsdecke. Gemessen wird die V. durch die V.wage, angegeben wird ihr Betrag in Millimetern. Die V. wächst mit steigender Temperatur und Windstärke wie abnehmender Feuchtigkeit der Luft und abnehmendem Luftdruck, so daß die stärkste V. also in hochgelegenen, windigen, trockenen und dabei möglichst heißen Gegenden auftritt. Es sind. demnach in unseren Kolonien hohe V.mengen zu. erwarten im trockenen Hochplateau namentlich von Deutsch -Südwestafrika, wo Dr. Range einen Wert von reichlich 1,5 m jährlicher V. in Kuibis gefunden hat, wie auch in Deutsch- Ostafrika, ferner im Norden von Kamerun und Togo; brauchbare Messungen liegen jedoch noch nicht in genügender Zahl vor.

Heidke.