Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 609

Verpflegung. Die V. der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika ist in ähnlicher Weise geregelt wie bei den Truppen in der Heimat. Die Offiziere, Beamten, Unterzahl - Meister, Oberfeuerwerker und Schirrmeister haben sich aus ihrem Gehalt zu verpflegen, nur bei Expeditionen haben sie Anspruch auf Verpflegung aus den Magazinen. Den Unteroffizieren und Mannschaften wird die V. durch den Truppenteil geliefert. Der Truppenteil empfing früher die V. aus den Militärmagazinen, seit dem Jahre 1910 ist bei der gesamten Truppe die Selbst - V. eingeführt. Jede Kompagnie, Batterie usw. empfängt ein tägliches V.Geld für den Kopf; dieses V.geld ist für jeden Standort besonders berechnet. Da nämlich, abgesehen von frischem Fleisch, fast alle V.bedürfnisse aus der Heimat bezogen werden müssen, so spielen für die Kosten einer V.portion die Frachtkosten eine erhebliche Rolle, und die Portion stellt sich teurer, je weiter der Standort von der Küste bzw. der Eisenbahn entfernt ist. Aus dem ihm für jeden Mann zufließenden V.geld hat der Truppenteil die V.portionen zu beschaffen, er ist aber verpflichtet, alle diejenigen V.mittel, die in Militärmagazinen als Kriegsreserve vorrätig gehalten werden, aus diesen Magazinen zu kaufen, damit eine reg elmäßige Auffrischung der Kriegsreserve erfolgt. Sobald der Truppenteil zu einer Expedition ausrückt, hört die Selbst - V. auf, und er empfängt seine V. aus den Magazinen. Die V.portion ist in ähnlicher Weise zusammengestellt wie für die heimische Truppe; früher wurde den Mannschaften auch regelmäßig eine Portion Alkohol - Rum, Kognak - gewährt, jetzt darf jedoch eine Alkoholportion nur unter ganz besonderen Umständen vom Kommandeur der Schutztruppe auf bestimmte Zeit bewilligt werden. Für die Pferde, Maultiere, Kamele empfangen die Truppen die Ration, die aus Hafer oder Mais besteht, aus den Militärmagazinen, an den Standorten, an denen es nicht genügend Weide gibt, wird auch Heu aus Magazinen geliefert. In Kamerun und Deutsch-Ostafrika haben auch die Mannschaften, die dort aus Farbigen bestehen, ihre Verpflegung sich aus ihrer Löhnung selbst zu beschaffen. S.a. Schutztruppen. Hinsichtlich der V. der Kolonialbeamten s. Verpflegungsvorschriften.

Nachtigall.