Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 618 f.

Verwitterung. Unter den Namen V. faßt an alle die Erscheinungen zusammen, die durch die Einwirkung der Atmosphärilien, von Sonne, Hitze und Frost, von Regen und Luft auf die ursprünglichen Gesteine entstehen. man unterscheidet zwischen mechanischer V. (Zerfall der Gesteine infolge ungleichmäßiger Ausdehnung ihrer Bestandteile in starker. Hitze und infolge von Spaltenfrost) und chemischer V. durch Wasser, Sauerstoff und Kohlensäure der Luft, die zwar im allgemeinen nebeneinander hergehen, unter besonderen Bedingungen aber auch einseitig ausgeschaltet werden können. In trockenen Wüstengebieten (Namaland!) tritt die chemische V. gegenüber den ungeheuren Wirkungen der Insolation (und zum Teil des Frostes) ganz zurück; in reichbewaldeten, feuchten Urwaldgebieten oder sonst mit starker Vegetation bedeckten Gegenden dagegen kommt fast nur die chemische Verwitterung zur Geltung. In jenen Wüstengebieten finden wir also das Land bedeckt mit trockenem Schutt, der aus kleineren oder größeren, zerfallenen aber nicht zersetzten Gesteinstrümmern besteht, die an Ort und Stelle liegen bleiben, soweit sie nicht als Staub und Sand vom Wind fortgeführt werden. In feuchten, nicht zu steil abgeböschten und mit Vegetation bedeckten Gebieten sind die Gesteine dagegen durch die V. zum Teil bis auf sehr große Tiefe in Rotlehm bzw. als Schlußprodukt in Laterit (s.d.) verwandelt.

Gagel.