Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 629

Vogel, Eduard, Astronom und Naturwissenchaftler, geb. 7. März 1829 zu Krefeld, ermordet 1856 zu Wadai. V. wurde auf Betreiben Petermanns 1854 von der englischen Regierung entsandt, um die Forschungen Barths (s.d.) besonders durch astronomische Ortsbestimmungen zu ergänzen und fortzusetzen. Er begab sich über Murzuk, Bilma nach Kuka (Eintreffen Januar 1854). Da er dort den auf der Reise befindlichen Barth (s.d.) nicht antraf, begleitete er zunächst eine kanurische Razzia gegen die Musgu, auf welchem Zuge (März bis Mai 1854) er südwärts bis in die Tuburisümpfe gelangte, die er wegen der herrschenden Überschwemmung irrtümlich für einen See hielt. Hieran schloß sich um die Mitte des selben Jahres ein Ausflug nach Mandara, dann einer nach Zinder an, auf welchem er bei Bundi am 1. Dez. 1854 mit dem bereits totgemeldeten Barth zusammentraf. Dezember - Januar 1855 waren Barth und V. zusammen in Kuka. Letzterer stieß dann nach Südwesten vor, entdeckte den Gongola, besuchte Bauchi sowie Muri und drang zweimal über den Benue vor, ohne jedoch das beabsichtigte Ziel, die Stadt Jola erreichen zu können. Im Dezember war V. wieder in Kuka, im Januar 1856 brach er nach Wadai auf und blieb seitdem verschollen. Erst durch Nachtigal (s.d.) wurde sein Schicksal dahin aufgeklärt, daß er in Abechr meuchlings ermordet wurde.

Literatur: V.s Briefe, Peterm. Mitt. 1855 - 57. - Gumprecht, Zeitschr. f. allgem. Erdkunde, Bd. 6, S. 481 ff, Berl. 1856. - Elise Polko, Erinnerungen an einen Verschollenen, Lpz. 1863.