Volta, bedeutender Strom an der Westgrenze Togos. Er wird von
den Asante - Stämmen Firao, von den Ewestämmen Amu genannt. Seine beiden Quellflüße, der westliche,
schwarze, und der östliche, weiße V., entspringen auf französischem Gebiet
(Haut - Sénégal et Niger), ersterer in der
Gegend zwischen Sikasso und Bobo - Diulasso, letzterer in Jatenga,
nordwestlich
Wagadugu; sie vereinigen sich westlich Salaga
im Gebiete der englischen Goldküste. Von der Einmündung des Daka ab bis zu jener des Daji bildet das linke Ufer
des V. die Grenze des Schutzgebietes Togo.
- Sein Lauf nimmt auf dieser Strecke und noch weiter bis Kpono, im
allgemeinen
eine Südliche Richtung. Zwischen Anum und Kpong durchbricht er das von der
Goldküste her in nordöstlicher Richtung nach Togo streichende Gebirge. Von
Kpong ab schlägt er eine südöstliche Richtung ein und ergießt sich bei Ada
in den Atlantischen Ozean. In der Nähe seines Mündungsgebietes hat er zur
Bildung der ausgedehnten Kittalagune beigetragen. So weit er deutsches
Gebiet
berührt, schwankt seine Breite zwischen 180 und 500 m. Die Wassermassen,
welche er zu Tal führt, sind außerordentlich verschieden. Am Ende der
Regenzeit,
meist im Monat Oktober, tritt das Wasser an flachen Uferstellen aus und
bedeckt dann ein sich manchmal kilometerweit ausdehnendes
Überschwemmungsgebiet;
dieses stellt bei Niedrigwasser typische Grassteppe
fast ohne Baumbestand dar. Am Ende der Trockenzeit (Februar, März) sinkt
der Wasserspiegel so stark, daß die im Flußbett lagernden Felsen,
streckenweise
sogar das Kiesgeröll, zutage tritt. Die Wassertiefe bei Niedrigwasser ist
sehr verschieden; flache, seichte Stellen wechseln mit tieferen ab.
Letztere
erwecken bei Niedrigwasser den Eindruck stehender Gewässer. Dampfbarkassen
verkehren nur zwischen Ada und Akuse. Weiter nördlich beschränkt sich die
Schiffahrt wegen der vorhandenen
Stromschnellen
auf den Verkehr mit Kanus. Ein einzigesmal
ist es bei Hochwasser einer Dampfbarkasse gelungen, V. aufwärts Kratschi
zu erreichen. Da diese Fahrzeuge bei solcher Fahrt erheblichen Gefahren
ausgesetzt sind, so ist dieser Versuch ohne praktische Bedeutung
geblieben.
Die englische Regierung hat im Jahre 1898 durch einen technischen
Sachverständigen
den V. weit über Kratschi hinaus auf die Möglichkeit seiner Befahrung mit
flachgehenden Dampfern untersuchen lassen. Über das Ergebnis dieser
Untersuchungen
ist nichts bekannt geworden. Zu praktischen Maßnahmen haben sie nicht
geführt.
- Die wichtigsten linken Nebenflüsse des V. sind der Daka, der Oti.
(s.d.), der Asuokoko (s.d.), der Konsu
und der Daji. - Der Daka (Asantebezeichnung) wird von den Guangstämmen Lakä, von den Nanumba und DagombaKulukpene genannt. Er entspringt in den
Northern Territories der Goldküste unweit Batani in einer Seehöhe von etwa
220 m; in seinem obersten Laufe bildet sein Talweg
nur eine kurze Strecke weit die Grenze zwischen dem deutschen und
englischen
Gebiet. Vom Einfluß des Kuluselong ab bis, zur Mündung, also in seinem
Mittel-
und Unterlauf, dient sein Talweg wiederum als Landesgrenze. Für die
Schiffahrt
hat der Daka noch keinerlei Bedeutung erlangen können. Die Kanus der
Eingeborenen,
welche häufig so klein sind, daß nur ein einzelner Mann darin Platz nehmen
kann, dienen fast ausschließlich der Fischerei. Der Höhenunterschied zwischen
Hochwasser-
und Niedrigwasserstand ist besonders in regenreichen Jahren ein ganz
außerordentlicher.
Bei einer im Oktober 1901 zu Vermessungszwecken unternommenen Fahrt auf
dem Daka zwischen Djonajile und seiner Mündung in den Volta war der Daka
so hoch gestiegen, daß sich die Kanus durch die in Schluß geratenen
Baumkronen
der Uferbewachsung stellenweise mühsam den Weg Bahnen mußten. Nur in seinem untersten Teile, etwa
zwischen Banda und der Einmündung in den Volta wird er auch zu
Handelszwecken,
jedoch nicht. in nennenswertem Maße, befahren. Der Daka enthält bei Wujae
und bei Dindo ziemlich starke Stromschnellen. Der Konsu entspringt in der
Gegend von Assatu in dem dem zentralen Togogebirge
vorgelagerten Bergzug Oprána und mündet in den V. unweit Kwamikrum. Er ist
im wesentlichen ein Gebirgswasser, dem eine Bedeutung für den Verkehr
nicht
zukommt. - Der Daji entspringt in der
gleichnamigen
Landschaft Daji im zentralen Togogebirge. Er durchfließt ein breites Tal,
welches durch das zentrale Togogebirge einerseits und die ihm
vorgelagerten
Bergzüge von Bailka, Kunja und Kpandu andrerseits gebildet wird. Als Wasserstraße
hat er keine Bedeutung.