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Wakonde (nicht zu verwechseln mit den Makonde auf dem gleichnamigen Plateau nördlich vom
unteren Rovuma), Gesamtname für die Bewohner des Kondelandes (s. Konde) am
Nordende des Njassa. Nach Fülleborn gehören dazu
die Stämme der Wabunduguli mit den Wanjakjusa, dem politisch
und an Zahl bedeutendsten Stamm, und den Wanjakiwinga, die Wanjakihawa, Walugulu, Wakukwe und Wakasso. Insgesamt bevölkern diese Stämme, die
zwischen 60 und 70 000 Seelen zählen mögen, die ganze Kondeebene und das
benachbarte Bergland bis zur Höhe von 1600 m. - Physisch sind die W. ein
schöner, kräftiger Schlag von heiterer Gemütsart, großer Intelligenz und
Tapferkeit und nicht geringem Kunstsinn, welchen. Eigenschaften allerdings
Unzuverlässigkeit, Neigung zur Lüge und zum Stehlen und Leichtsinn als
Schattenseiten gegenüberstehen. Die Stellung der Frau ist bei ihnen weit besser
und höher als bei den meisten anderen. Negerstämmen. Die Tracht beider
Geschlechter bestand bis vor kurzem aus gefärbten Rindenstoffen und Blättern;
neuerdings hat auch hier der Kattun die Herrschaft gewonnen. Waffen sind ein
dünner, zierlich geschmiedeter Wurfspeer und
ein derber Stoßspeer, dazu der Wangonischild als neue Errungenschaft, und ein
halbzylindrischer Schild von Meterhöhe, dessen kunstvolles Gestell aus
Holzstäben außen mit Kuhhaut überzogen ist, als altüberkommene Schutzwaffe (s.
Tafel 40 Abb. 16 a b). Ein
Überlebsel aus der uralten eisenlosen Holzzeit sind
sog. Kampfstöcke, kurze, vorn zugespitzte und im Feuer gehärtete Holzlanzen ohne jede Eisenwehr. -
Höchst bemerkenswert ist die Baukunst der W.
Ihre Häuser sind entweder Kegelstümpfe mit dem Schmalende als Basis und mit
aufgesetztem Kegeldach (s. Tafel 202) oder Viereckhäuser mit
Satteldach (s.
Tafel 202). Als Baumaterial
kommt für beide ausschließlich Bambus in Frage, selbst für die hübschen
Verzierungen auf der Außenseite der Doppelwand, indem man die Bambusstangen der
Außenwand mit feinen Bambussegmenten durchflicht. Die Hohlräume zwischen den
beiden Bambuswänden werden mit faustgroßen Lehmklößen ausgefüllt, die Innenwand
hier und da glatt verstrichen. Alles in allem sind die Bauten ein Muster an
Eleganz und Sauberkeit. Auch die in unabsehbaren Bananenhainen weit verstreuten
Dörfer rufen mit ihren sauber gekehrten Plätzen und schönen Schattenbäumen (s.
Tafel 201) diesen günstigen
Eindruck hervor. - Unter den Beschäftigungen der W.
steht die Viehzucht obenan. Nachts werden die
Tiere in reinlich gehaltene große Ställe mit Scheunendach gebracht, in den
kühlen, hochgelegenen Tälern von Oberkonde auch in die Wohnhütten selbst.
Kuhmilch und Bananen sind die Hauptnahrung des
Volkes. Neben den Bananen zieht man auch noch viele andere Nutzpflanzen mit großer Sorgfalt.
Literatur: Merensky, Deutsche Arbeit am Njassa. Berl. 1894. - Fülleborn,
Das deutsche Njassa- und
Ruvumagebiet. Berl. 1906. Elton and Cotterill,
Travels and researches among the Iakes and mountains of Eastern and Central
Africa. Lond 1879. - Kerr - Cross, Notes on the country lying between Lakes
Nyassa and Tanganyika. Proc. Geogr. Soc. 1891. v. Elpons, Bericht über eine
Bereisung des Kondelandes. KolBl. 1898. -Schumann, Grundriß einer Grammatik der
Kondessprache. Mist. a. d. Sein. f. Orient. Spr. 1899.
Weule.
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