Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 664 f.

Waluguru. Unter diesem Namen faßt Stuhlmann denjenigen Teil der Bevölkerung des Ulugurugebirges in Deutsch-Ostafrika zusammen, der nach Abzug der Wakaguru, Wakami und Wakhutu (s.d. betr. Art.) verbleibt. Die W. bevölkern im wesentlichen die Berge und Täler des südlichen Zentralmassivs dieses ostafrikanischen Gebirges und umfassen auch die Waghaemo und Wamgera im Südosten. Stuhlmann hält die W. für die Reste einst in der Ebene wohnender Stämme, die von den Wangoni (s.d.) nahezu vernichtet worden sind. Charakteristisch für das Volk sind die rechtwinkligen Hütten mit dem Eingang auf der Giebelseite und mit einer 30 - 40 cm hohen Schwelle, mit Wänden aus Holzplatten und einem Satteldach aus Bananenblatt. Das Ganze erinnert unleugbar an Westafrika. Auch die Frauenkleidung ist für Deutsch - Ostafrika merkwürdig; sie gleicht dem Fransenschurz der Sulufrauen, der die obere Gesäßhälfte bloß läßt. Sprachlich weichen die W. von den umwohnenden Völkern ebenfalls ab.

Literatur: Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1894/95.

Weule.