Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 671

Waniraku, der alteingesessene Bevölkerungsbestandteil der Landschaft Iraku in Deutsch-Ostafrika im Südwesten des Manjarasees. Die W. fallen mit unter den Begriff Wafiome (s.d.) von O. Baumann; sie sind schlank und muskulös und besitzen schmale, gerade Nasen und hohe Stirn. Wohnformen sind im Süden des Landes die zylindrische Kegeldachhütte, weiter im Norden die völlig versenkte Tembe (s.d.) oder die in den Berg hineingebaute Tembe. Zur Herstellung einer solchen sticht man aus einer Berglehne ein Rechteck heraus, überdacht den ausgestochenen Raum und verkleidet die Vorderwand so täuschend, daß nur der Eingeweihte den Wohnbaucharakter des Ganzen erkennt. Heute sind alle W. Ackerbauer.

Literatur: O. Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle. Berl. 1894. - Fonck, Bericht über geinen Marsch nach Mpapua von Ugogo, Ussandaui, Irangi usw. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1894.

Weule.