Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 677

Warmbad, südlichster Ort von Bedeutung innerhalb des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika. Hauptort des gleichnamigen Verwaltungsbezirks. W. ist Post- und Telegraphenstation, Sitz eines Zollamtes, ferner Standort einer Kompagnie der Schutztruppe. Der Ort ist ferner Missionsstation und befindet sich im Besitz einer gut besuchten Schule für europäische Kinder. Seine große Bedeutung verdankt W. weniger seiner Umgebung - es befinden sich daselbst Quellen, die durch ihre hohe Temperatur weithin bekannt sind - als vielmehr seiner Lage. Von hier aus ist nicht allein die Grenze der Kapkolonie am schnellsten zu erreichen, sondern insofern auch an einer besonders günstigen Stelle, als sich die von Port Nolloth ausgehende Eisenbahn der sehr viel benutzten Übergangsstelle über den Oranje, Ramansdrift (s.d.) am meisten nähert. Ehe der Süden seine eigenen besseren Verbindungen mit dem Meere erhalten hatte, vermittelte W. nicht allein die Post, sondern zu gewissen Zeiten auch einen nicht unbeträchtlichen Teil des Handelsverkehrs des Groß - Namalandes. Selbst heute noch vermittelt in vierzehntägigen Zwischenräumen eine Reitpost den Verkehr des Ortes mit Ramansdrift. W. ist bereits sehr früh in Beziehungen zur europäischen Kultur getreten. Schon vor etwa einem Jahrhundert legten deutsche Missionare, allerdings im Auftrage der Londoner Missionsgesellschaft, die Station an, die, 1834 von den Wesleyanern besetzt, 1867 von der Rheinischen Mission übernommen wurde. Militärische Bedeutung erhielt der Ort erst 1894, als Leutwein daselbst eine Station der Truppe begründete. Besonders gefährdet war es im Bondelswartaufstande des Jahres 1903.

Klimatabelle s. Deutsch- Südwestafrika.

Dove.