Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 687

Wasserstellen. Bei der Bedeutung des Wassers in Deutsch-Südwestafrika ist jedes Auftreten von solchem, gleichgültig in welcher Form, von höchster Wichtigkeit. Die häufigste Art des Vorkommens ist an die zeitweilig fließenden Rinnsale gebunden. Dahin gehören sowohl die Fonteinen (s.d.) in den größeren Rivieren (s.d.) und Banken, d.h. natürliche Becken, wie man sie namentlich in den kleineren Felsälern der Gebirge findet. Schließlich sind zu ihnen auch die Brunnenlöcher zu rechnen, die das Grundwasser der Trockenflüsse auszunutzen bestimmt sind, wie sie in früherer Zeit, namentlich in den Omiramba (s. Omuramba) des Sandfeldes von den Herero gegraben wurden. Man bezeichnete diese einfachen, aber doch oft sehr ergiebigen Brunnenlöcher meist als "Pützen". Zu den genannten Arten des Wasservorkommens, denen wir genug in den Ortsnamen wiederbegegnen (Rooibank, Kwaipütz usw.), kommen weiterhin die viel selteneren aber darum nicht weniger wichtigen Grundwasserstellen, die wir in den meisten Pfannen (s.d.) des Ostens und Nordens zu erblicken haben, sowie die echten Quellen, die sich namentlich in den Sprudeln der das Schutzgebiet in meridionaler Richtung durchziehenden Zone vertreten finden. Schließlich dürfen auch die sog. Vleys nicht unerwähnt bleiben, die genau genommen nichts anderes sind als eine Pfütze größten Maßstabes. Denn die Vley im engeren Sinne des Wortes ist nichts anderes als das in einer flachen Senke nach starken Güssen zusammengelaufene Regenwasser. Selbst die Wasserstellen der Omiramben sind an vielen Stellen nicht als zutage tretendes Grundwasser sondern als gewöhnliche Vleys anzusehen. S. hierzu alle geographischen Artikel über Deutsch-Südwestafrika.

Dove.