Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 691

Waterberg (s. Tafel 205).

1. Mächtiges bis über 1600 m aufsteigendes Sandsteinplateau im Norden des Hererolandes in Deutsch - Südwestaftika. Das W.massiv, der Omuverume der Herero, bildet unter 20 1/2 ° s. Br. eines der bedeutendsten unter den Einzelmassiven des nördlichen Hererolandes. Von weiten Weidelandschaften und gutem Boden umgeben ist diese Hochlandtafel auch reich an Wasserstellen, und an ihrem Fuße entspringt eine der stärksten Quellen des ganzen Schutzgebietes.

2. Der Ort W. ist Poststation. In W. befand sich der Sitz des Hererohäuptlings Kamasembi, der zu den einflußreichsten und begütertsten Führern dieses Volkes gehörte und auch gegenüber Maharero (s.d.) seine Selbständigkeit zu wahren verstand. Damals bestand unter seinen Leuten eine Missionsstation in dem großen Orte Otjosondjupa. Nachdem Kamasembi 1903 gestorben war, erhoben sich auch die am W. ansässigen Herero (s.d.) im Januar 1904 gegen die Deutschen. Im August desselben Jahres fanden dann die entscheidenden Kämpfe statt, nachdem die Aufrührer auf dem W. von den deutschen Truppen eingeschlossen waren (s. Hereroaufstand). Niederschlagstabelle s. Deutsch - Südwesiafrika.

Dove.