Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 702

Werften (s. Tafel 64), die größeren Siedlungen der Eingeborenen in Deutsch-Südwestafrika. Sie wurden meist nach bestimmtem Plane angelegt. Bei den Ovambo (s.d.) sind sie sogar befestigt und umschließen einen in der Mitte zwischen den Rundhütten liegenden Kraal. Bei den Herero (s.d.) unterschied man zwischen kleineren Werften, den Osonganda, sowie den Häuptlingsplätzen, größeren Niederlassungen, die als Ovihuro bezeichnet wurden. Die kleineren Außenplätze wurden dagegen als Viehposten, Ozohambo, bezeichnet. In der Umgebung der Häuptlingswerften wohnten oftmals je nach der Jahreszeit bis zu 700 Menschen. Im Sprachgebrauch des Schutzgebiets wird neuerdings die Bezeichnung "Werft" für jede bloße Eingeborenensiedlung gebraucht, selbst wenn sie nur aus vereinzelten Hütten besteht.

Literatur: H. Schinz, Deutsch-Südwestafrika. Lpz. 1891. - J. Irle, Die Herero. Gütersloh 1906.

Dove.