Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 711 f.

Wina, der längste Quellfluß des Logone (s.d.), wenn auch der Mbere als der eigentliche Hauptfluß meist angesehen wird. Er entspringt auf der Höhe des Ngaunderehochlandes in Kamerun noch westlich der Stadt Ngaundere, und durchbricht in tief eingeschnittenem Tal dieses Hochland und seinen östlichen Rand. Seine Richtung ist eine fast ganz westöstliche bis zu seinem Zusammenfluß mit dem Mbere. Nördlich und südlich von ihm erreicht das Plateau eine durchschnittliche Höhe von 1100 m, und einzelne Bergstöcke ragen bis 1700 m empor, wie z. B. die Mbumberge im Osten von Ngaundere. Die W.ebene selbst hat noch innerhalb des Hochlandes nur eine Höhe von 500 bis 600 m. Man rechnet sie als Grenze des Ngaundere- und des Baiahochlandes. Die Ausläufer des Hochlandes nach Osten reichen bis zum Zufluß des Mbere, so daß erst mit dem eigentlichen Logone das Tiefland des Scharibeckens beginnt. Schnellen folgen dann sogar noch im Logone bis etwas unterhalb Kaitia. Der W. erreicht in seinem Unterlaufe eine Breite bis zu 100 m. - Im Gebiete des W. sitzen Stämme der Lakka (s.d.) und Mbum (s.d.) und als Herren die Fulbe (s.d.). Letztere beschränken sich ziemlich auf das Quellgebiet, wo Ngaundere ihr Zentrum ist. Am südlichen Ufer, aber teilweise auch nach Norden übergreifend, wohnen Mbum, im Norden zur Hauptsache Lakka. Von Siedelungen, die im Flußgebiet des W. liegen, ist nur Ngaundere (s.d.) bedeutend, das, an einem kleinen Nebendach gelegen, das. Zentrum dieser östlichen Gebiete des Hochlandes darstellt.

Passarge - Rathjens.