Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 730 f.

Wuri (s. Tafel 69), einer der Vorlandflüsse von Kamerun, die in die Kamerunbucht münden. Die beiden anderen sind der Mungo im Norden und der Dibamba im Süden. Der W. entspringt mit seinen beiden Quellflüssen, dem Nkam und dem Makombe auf dem Rand des Kameruner Plateaus. Der Nkam entspringt auf den östlichen Hängen des Bamendagebirges, südwestlich von Mbo, durchfließt erst nach Osten zu den Nkamkessel, der eine durchschnittliche Meereshöhe von 600 - 800 m hat und rings von hohen Bergländern umgeben ist. Der Nkam durchbricht mit sehr engem Tal nördlich der Nlonakoberge diese Gebirge im Südosten und wendet sich dann, sich durch das Vorland durchschlängelnd, südlich. Der Makombe entspringt auf dem zum Manengubahochland abfallenden Rand des Plateaus und wendet sich erst direkt südlich. Ehe er sich mit dem Nkam vereinigt, macht er noch eine große Schleife nach Osten. Nebenflüsse des Nkam sind der Ngum, der ihm im Nkamkessel zuströmt, der Mombe und der Kebe; die des Makombe der Libe, der Jakan und der Inubu, letzterer vom Ebomassiv herunterkommend. Nach der Vereinigung von Nkam und Makombe wendet der W. sich direkt nach Südwesten und fließt bei Duala in die Kamerunmündung. Vorher empfängt er von rechts den vom Manengubagebirge herunterkommenden Dibombe (s. Tafel 207), sowie den Abo, von links den Sange. Der W. ist bis Jabassi, der Dibombe bis Njanga schiffbar. Dort treten die ersten Schnellen auf, die den Beginn des kristallinen Vorlandes bezeichnen. Der W. liegt bis dorthin, wo er in das Gebirge eintritt, in Waldland, auf den Hochflächen beginnt das Grasland, doch sind die Flußläufe weit hinauf von Galeriewäldern begleitet. Der Nkamkessel ist sumpfig und für Reiskultur sehr geeignet. Die Volksstämme, die im Flußgebiet des W. wohnen, sind zahlreich. Im unteren Teil, fast mit gleicher Verbreitung wie der Wald, sitzen Bantustämme der Bakundugruppe (s.d.), im Gebirge Sudanstämme, vielfach allerdings mit Bantu gemischt.. An der Mündung des W. sitzen Duala (s.d.), allerdings schon zur Bakokogruppe (s. Bakoko) der Bantuneger gehörig, oberhalb des W., am Dibombe, die Abo, im Quellgebiet des Dibombe und Nkam die Mbo und eine Anzahl anderer kleiner Stämme. Von Siedlungen im Flußgebiet des W. sind zu erwähnen: Mbo im Mbohochlande, an einem Quellbach des Nkam gelegen, ferner Bare, an einem Nebenfluß des Nkam, Endpunkt der Manengubabahn, Njanga, der Endpunkt der Dibombe - Schiffahrt, Jabassi, der Endpunkt der WuriSchiffahrt und Duala an der Ästuarmündung des W. mit Bonaberi gegenüber.

Passarge - Rathjens.