Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 732

Wute, Stamm der Sudanneger (s.d.) in Kamerun, der nördlich des Sanaga bis zum Dommegebirge zwischen Djerem und Mbam sitzt. Sie sind ein großes Volk, das von den Fulbe (s.d.) im Norden bedrängt seinerseits nach Süden drängte und die kleineren Stämme zu Sklaven machte. Der Unterwerfung durch die Schutztruppe haben sieh die W. lange widersetzt. 1889 nahm v. Kamptz (s.d.) Ngila ein, aber noch 1901 hatte Schimmelpfennig gegen die W. Kämpfe zu bestehen. Das Volk der W. setzt sich aus vier Sippen zusammen: die Sippe des Häuptlings Ngila ist die stärkste, die andern sind die der Häuptlinge Ngutte, Wenke und Dandugu, von denen die beiden letzteren schon südlich des Sanaga sitzen. Ihre Bewaffnung sind Bogen und Pfeil, Lanze, Lederschild und Spannmesser. Die merkwürdige Art ihrer Bogenspannung mittels eines gebogenen und um die Mittelhand gelegten Spannholzes, sowie die schön gepunzten Lederkissen am linken Handgelenk, als Schutz gegen den Schlag der vorschnellenden Bogensehne, zeigt Tafel 86 Abb. 17. Näheres s. Kamerun, 7. Eingeborenenbevölkerung. Sie wohnen in Einzelhöfen oder in größeren Siedlungen, die im Lande zerstreut oder auf isolierten Bergen liegen. Heute ist die mächtigste Siedlung Ndumba, östlich des Mbam, zugleich Hauptstadt des Ngila.

Passarge - Rathjens.